Die Nachwuchsprobleme im Handwerk

Schon seit Jahren beklagen sich die Handwerkskammern und die Unternehmen über den fehlenden Nachwuchs im Handwerk. Viele junge Menschen möchten lieber studieren, anstatt eine Ausbildung in einem Handwerksbetrieb zu beginnen. Das hat vielfältige Gründe. Für die Unternehmen, die Branche und das Land ist es aber ein ernstzunehmendes Problem. Denn für potentielle Auftraggeber wird es immer schwieriger, kurzfristig einen Handwerker mit freien Terminen zu bekommen. Warum junge Menschen sich nur noch selten für einen handwerklichen Beruf begeistern können und was potentielle Ausbildungsbetriebe dagegen tun können, möchten wir in diesem Artikel zeigen.

Die Komplexität vieler Berufe
Viele Berufe sind heute deutlich komplexer, als sie es noch vor 20 Jahren waren. Deshalb sind die Anforderungen gestiegen. Früher reichte in vielen Bereichen ein Hauptschulabschluss aus. Mittlerweile kann es sogar mit einem Realschulabschluss schwer werden, einen bestimmten Ausbildungsplatz zu bekommen. Das gilt insbesondere in den beliebten Ausbildungsberufen. In den weniger beliebten Bereichen erhalten die Unternehmen zwar ebenfalls Bewerbungen. Nicht alle Bewerber bringen aber die notwendige Qualifikation oder zumindest den Enthusiasmus mit, um den Ausbildungsplatz zu bekommen. Auch für die Unternehmen ist es aus diesem Grund nicht immer leicht, die Entscheidung für oder gegen einen Bewerber zu treffen. Selbstverständlich möchten Betriebe gerne ausbilden, um sich so qualifizierte Fachkräfte nach ihren Vorstellungen heranzuziehen. Falls die Auszubildenden für mehr Stress als Nutzen sorgen, lohnt sich das aber nicht.
Dabei kann es sich auch für die Azubis rechnen, eine entsprechende Ausbildung zu absolvieren und Karriere zu machen. Das zeigt beispielsweise die Verleihung des goldenen Meisterbriefes durch die Handwerkskammer in Leipzig. Denn im Handwerk gibt es viele Möglichkeiten, um sich weiterzubilden und langfristig davon zu profitieren. Viele Firmeninhaber suchen Nachwuchs und sind gerne bereit, engagierte Auszubildende bis hin zum Meistertitel zu unterstützen.

Deshalb ist der Nachwuchs so wichtig
Die duale Berufsausbildung in Deutschland ist zwar nicht einzigartig, doch sie hebt sich deutlich von Ausbildungssystemen in anderen Ländern ab. In vielen Staaten ist es üblich, dass die Berufsausbildung ausschließlich in der Schule abläuft. Zwar gibt es dort Praxisunterricht, um die Auszubildenden auf ihr späteres Berufsleben vorzubereiten, doch Berufserfahrung sammeln sie dort nicht. In Deutschland sind beide Elemente verzahnt. Die Auszubildenden lernen also nicht nur die Theorie in der Schule, sondern auch die Praxis in ihrem Betrieb.
So haben sie nach dem Ende der Ausbildung oft die Möglichkeit, direkt in ihrem Ausbildungsbetrieb zu arbeiten. Außerdem verdienen sie schon während ihrer Berufsausbildung Geld.
Wenn man sich die aktuellen Ausschreibungen bei uns in Leipzig anschaut wird schnell klar, dass gute Handwerker sehr gefragt sind. Denn viele Unternehmen haben gar nicht die Kapazitäten, um große öffentliche Aufträge anzunehmen. Das liegt vor allem daran, dass sie nicht genug qualifiziertes Personal haben und dieses nur sehr schwer zu finden ist.
Manche Unternehmen gehen deshalb neue Wege und bieten Ihren Auszubilden einige Prämien dafür, dass sie in der Schule besonders gute Noten schreiben. Zwar kann Geld allein keine Motivation sein. Trotzdem ist es ein schönes Zeichen der Anerkennung, wenn gute Leistungen entsprechend honoriert werden. Ob solche Systeme sinnvoll sind, hängt natürlich vom Betrieb und den Auszubildenden ab. Ihre Existenz zeigt aber, dass viele Betriebe erkannt haben, dass sie ihren Auszubildenden mehr bieten müssen, als noch vor einigen Jahren.

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