Anhaltender Trend: Selbständig als Franchisenehmer

Selbständigkeit ist angesagt und das Franchise-Konzept rückt dabei immer weiter in den Mittelpunkt. Die Anfangshürden sind jedoch nicht zu unterschätzen und dienen nicht zuletzt als Filtermethode für den Teilnehmerpool.

Finanzkraft nötig – und das schon am Anfang

Wer mit dem Gedanken spielt, als Franchisenehmer in die Selbständigkeit zu starten, dem mangelt es keineswegs an Optionen. Das gilt zumindest auf dem Papier, denn die Liste der Unternehmen ist lang. Die Gastronomie-Branche ist dort auffallend stark vertreten. Als führendes Beispiel wird gerne die bekannteste Fast-Food-Kette der Welt angeführt, dazu gesellen sich viele weitere bekannte Namen, die in jeder Fußgängerzone zu finden sind, sei es mit Fisch-Filet-Brötchen, amerikanischer Pizza oder urbanen Kaffee-Kreationen.

Doch große Namen verlangen nach großen Investitionen. Das liegt einerseits an den gehobenen Standards, die hinsichtlich Lage und Größe des Geschäfts erfüllt sein müssen: Ein kleines Eck-Lokal auf dem Land wird folglich nicht akzeptiert, da es sowohl vom Image als auch von den Umsatzerwartungen nicht zu globalen Marken passt. Mittlere bis hohe sechsstellige Beträge sind somit die Voraussetzung, nicht selten wird sogar die Millionen-Marke überschritten. Eine Eigenkapitalquote wird so gut wie immer vorausgesetzt, 25 Prozent dürfen hierbei als ungefährer Richtwert dienen. Beträge von 200.000 Euro oder mehr fließen somit bereits bei der Vertragsunterzeichnung.

Laufende Abgaben als kritischer Faktor

In vielen Fällen lohnt sich der Kapitaleinsatz dennoch. Umgekehrt gilt schließlich: Je größer die Marke, desto fortschrittlicher und optimierter sind die Strukturen. Und das in allen Belangen, angefangen bei Werbung und Marketing, die durch den Markennamen beinahe Selbstläufer sind, über Logistik und Versorgung bis hin zu standardisierten Produktkatalogen. Für den Franchisenehmer bedeutet dies, dass verhältnismäßig wenige Entscheidungen selbst getroffen werden müssen. Das ist komfortabel und schont die eigenen Ressourcen; die Arbeitskraft kann zum großen Teil direkt in die Umsetzung gesteckt werden.

Im Gegenzug erhält der Franchisegeber eine Beteiligung an den laufenden Einnahmen. Zusätzlich gibt es eine Reihe weiterer möglicher Gebühren, die allesamt in die Fixkostenrechnung einfließen, und zwar dauerhaft. All diese Posten müssen zwingend in die Kalkulation einfließen, da sie im Härtefall den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust machen können. Und das wirkt sich auf das Tagesgeschäft aus, da die Abgaben den Druck, ausreichende Umsätze zu erzielen, konstant hoch halten. Die vielzitierte Komfortzone ist trotz der Aussichten nicht unbedingt im Franchise-Wesen enthalten, und aus unternehmerischer Sicht ist das vielleicht sogar ein positiver Aspekt.

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