Hecken liefern einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz

Klimaschutz ist eine globale Aufgabe, die im kleinen Privatgarten anfängt. Man muss kein Klimaexperte sein um zu verstehen, dass ein akkurat gemähter Rasen kaum mehr zum Schutz von Umwelt und Klima leisten kann als eine geschotterte Fläche. Umgekehrt ist es aber nicht notwendig, im Garten kompletten Wildwuchs zuzulassen. Bereits mit einer Hecke lässt sich mehr erreichen, als die meisten Hobbygärtner denken.

Ein wissenschaftlich bewiesener Beitrag zum Klimaschutz

Für Fachleute ist es nicht neu, was das Braunschweiger Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungs­institut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei (kurzThünen-Institut) im Rahmen einer Meta-Studie herausgefunden hat. Demnach kann eine auf einem Ackerland neu angelegte Hecke mit einer Länge von 720 Metern auf lange Sicht alle Treibhausgasemissionen kompensieren, die im Durchschnitt von einer in Deutschland lebenden Personen innerhalb von 10 Jahren emittiert. Dies geschieht durch die Einlagerung von Kohledioxid aus der Atmosphäre, das dadurch klimaunschädlich wird. Sophie Drexler, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Thünen-Institut, verdeutlicht die Argumente für Kirschlorbeer & Co., indem sie aus ihrer Arbeit berichtet: „Für die Berechnungen haben wir alle verfügbaren Daten zu Humus und Biomasse in Hecken zusammengetragen – 13 Studien und eigene Daten mit insgesamt fast 150 untersuchten Hecken“. Das daraus resultierende Bild: Je Hektar bindet eine Hecke im langjährigen Mittel fast ebenso viel CO² wie ein Wald. Auch eine Ligusterhecke verfügt über eine hohe Dichte an Zweigen und Ästen und natürlich an Blättern. Aber auch im Wurzelbereich der Hecken wird sehr viel Kohlenstoff gebunden. Das Problem: Insbesondere durch Flurbereinigungsmaßnahmen, aber auch auf privaten Grundstücken wurden seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland fast 50% aller Hecken beseitigt.

Neu angepflanzte Hecken haben einen positiven Klimaeffekt

Eine besonders große Wirkung auf den Klimaschutz haben neue Hecken, die auf Ackerflächen gepflanzt werden. Hier zeigt sich ein doppelter Vorteil, denn zusätzlicher Kohlenstoff wird hier nicht nur als Biomasse, sondern auch in Form von Humus im Boden gebunden. Ein Effekt, der leider Geduld erfordert, denn es dauert rund 20 Jahre, bis die Hecke zu ihrer endgültigen Größe gewachsen ist. Beim Humus dauert es sogar noch länger, bis dort ein neues Gleichgewicht geschaffen wurde. Über den Klimaeffekt hinaus sind Hecken auch ein perfekter Schutz vor der Bodenerosion und haben eine kühlende Wirkung. Dort, wo Hecken stehen, kann auch ein heißer, trockener Sommer weniger Schaden verursachen. Natürlich profitieren auch Tiere und andere Pflanzen von der Hecke, denn diese stellt einen wichtigen Lebensraum dar. Projektleiter Dr. Axel Don spricht von den vielfältigen Leistungen der Hecken, die damit wertvolle Strukturelemente in der Landwirtschaft seien. Neue Heckenanpflanzungen seien dennoch selten zu vermerken, was offenbar an der überbordenden Bürokratie und dem Fördergeld-Dschungel läge. So gäbe es in jedem Bundesland andere Programme, die wiederum individuelle Anforderungen und Angebote beinhalten.

Nicht warten, bis die Landwirte agieren

Es ist zwar ein unbestrittener Fakt, dass Knicks und Hecken auf landwirtschaftlich genutzten Flächen schon aufgrund der möglichen Dimensionen den meisten Nutzen bringen. Trotzdem ist es nicht angeraten, auf mögliche Aktivitäten aus dem Agrarbereich zu warten. Denn genauso wie Kommunen wie Naturschützer aus guten Gründen auf geschotterte Gartenflächen nicht gut zu sprechen sind, sorgen sie sich auch um den Lebensraum für nützliche Insekten und andere Lebewesen. Die neue Hecke im Garten sorgt aber nicht nur dafür, dass die tierischen Freunde eine neue Heimat finden und die Biodiversität im Gartenbereich wieder zunimmt. Gleichzeitig spendet die Hecke einen guten Sicht- und Sonnenschutz. Dort, wo im Hochsommer früher die Sonne brannte, kann durch die Hecke vielleicht ein neuer Sitzplatz als Wohlfühlbereich entstehen. Und auch dieser Punkt ist vielfach bewiesen: In einer natürlichen Umgebung fühlen sich Menschen deutlich wohler als auf grauem Beton. Braucht es noch mehr Argumente, um eine neue Hecke zu pflanzen? Die Auswahl jedenfalls war noch nie größer als heute.

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