Leipzig ist mit Forschungsprojekten rund um den Mobilfunkstandard 5G zukunftsweisend aufgestellt

Das Mobilfunknetz der Zukunft, die fünfte Generation des Mobilfunkstandards, wird das Leben der Menschen auf vielseitige Weise beeinflussen und verändern, wie keine Mobilfunktechnologie zuvor. Mit 5G werden Verbindungsgeschwindigkeiten in nahezu Echtzeit, mit Latenzen von einer Millisekunde möglich, Sicherheitsstandards werden deutlich erhöht und Kapazitäten vervielfacht. Das Potenzial, das diese Eigenschaften mit sich bringen, ist immens und äußerst vielseitig. Es wird neuen Möglichkeiten, Entwicklungen und Innovationen die Tür geöffnet, die sowohl die Gesellschaft als auch die Wirtschaft und Medizin maßgeblich verändern können. Um die vielen Einsatzgebiete von 5G zu untersuchen, widmen sich diverse Forschungseinrichtungen in Leipzig der neuen Mobilfunktechnologie. Die Forschung in Leipzig übernimmt mithilfe dieser Projekte eine führende Rolle auf dem Gebiet der zukunftsträchtigen Informationstechnologie.

Die Technologie und ihr Nutzen
5G ist die fünfte Generation des Mobilfunkstandards. Mit der fortschreitenden Digitalisierung und den neuen Technologien, wie etwa dem Internet der Dinge, sind in der heutigen Welt ein Vielfaches an Geräten mit dem Internet verbunden. Ende 2018 waren bereits geschätzt 22 Milliarden Geräte durch das Internet der Dinge miteinander vernetzt, bis 2030 soll diese Zahl auf über 50 Milliarden Geräte weltweit ansteigen. Von Smartphones bis zur Küchenmaschine werden heutzutage immer mehr Dinge ans Netz gebunden. Das aktuelle Mobilfunknetz 4G stößt hier schon jetzt an seine Grenzen und kann die hohe Anzahl mit beschränkter verfügbarer Kapazität nicht stemmen. 5G soll dabei Abhilfe schaffen, denn das neue Netz bringt eine um ein Vielfaches größere Übertragungskapazität mit sich. Doch mit 5G wird nicht nur die Kapazität erhöht. Die Übertragungsgeschwindigkeiten, die mit 5G ermöglicht werden, liegen im Gigabit-Bereich und können technisch sogar bis zu 20 Gbit/s erreichen. Latenzzeiten sinken hier auf eine Millisekunde, was Übertragungen in nahezu Echtzeit ermöglichen wird.

Solch rasant schnelles Internet kann in vielen Bereichen für Innovationen sorgen, auch der Privatnutzer wird direkt von den schnellen Verbindungen profitieren. Die Nutzung des mobilen Internets von unterwegs wird mit dem Mobilgerät ein gänzlich neues Erlebnis. Filme und Serien von Netflix werden problemlos von unterwegs im Stream geschaut und auch das Spielen von Games mit dem Smartphone wird stark verbessert. Videospielschwergewichte wie Fortnite und Counter-Strike Mobile können selbst im mobilen Netz ohne Verzögerungen gespielt werden und auch der virtuelle Besuch im Online Casino wird von unterwegs zum Vergnügen. Im Internet wird heute eine breite Palette an Casinospielen wie Roulette, Blackjack und Spielautomaten in den verschiedensten Varianten angeboten. Ein besonders immersives Spielerlebnis bietet dabei das Live Casino, in dem über einen Livestream ein echter Croupier auf das Gerät des Spielers übertragen wird. Mithilfe von 5G wird auch diese Übertragung in Echtzeit auf dem Mobilgerät kein Problem mehr darstellen. Während die Gesellschaft auf diese Weise unmittelbar von 5G profitieren wird, reichen die Möglichkeiten von 5G, die das Leben der Menschen in vielen Bereichen verändern und verbessern werden, deutlich weiter.

Region Leipzig will mit Projekt Tri5G voranschreiten
Mit dem Forschungsprojekt Tri5G will der Nordraum Leipzigs zur Pionierregion der 5G-Technologie werden. Damit bewirbt sich Leipzig um umfangreiche Fördermittel des Bundes, die in den Jahren 2021 bis 2023 den Ausbau der digitalen Infrastruktur unterstützen sollen. Das BMW Group Werk Leipzig hatte diesbezüglich bereits im Voraus eine Machbarkeitsstudie für das Projekt unternommen, dessen Ergebnisse äußerst positiv sind. Die Studie ergab, dass im Nordraum Leipzigs ein stufenweiser Ausbau der 5G-Technologie erfolgversprechend sei. Im Rahmen des Tri5G-Projekts sollen verschiedene Anwendungsgebiete der neuen Mobilfunktechnologie in den Bereichen Automobil, Logistik und IT miteinander vernetzt werden, anstatt 5G als Inseltechnologie zu betrachten. Unterschiedliche Unternehmen wollen in diesem Zusammenhang an einem Strang ziehen, darunter BMW, DHL, die Leipziger Messe, der Flughafen Leipzig/Halle, DB Schenker sowie die Stadt Leipzig, die Universität Leipzig und die HTWK Leipzig. Letztere konnte bereits 2019 in Kooperation mit der Deutschen Telekom AG eine neue Stiftungsfakultät „Digitale Transformation“ eröffnen.

Durch das Projekt werden innovative Anwendungsmöglichkeiten der 5G-Technologie konzeptionell erfasst und in einem Netz vereint, darunter fallen unter anderem die Möglichkeiten in der Automobilindustrie, in der Express- und Mehrwertlogistik sowie im öffentlichen Personennahverkehr. So soll bei BMW das autonome Fahren mithilfe von 5G vorangetrieben, sowie der Einsatz der neuen Mobilfunktechnik im Logistikbereich und bei der Software-Bespielung von Fahrzeugen untersucht werden. Die Leipziger Verkehrsbetriebe wollen zudem selbstfahrende Kleinbusse entwickeln, die zwischen dem Messegelände und BMW-Terminal auf öffentlichen Straßen eingesetzt werden sollen. Der Nordraum Leipzig will mit dem Projekt Tri5G Wettbewerbsvorteile sichern und innovativ voranschreiten.

Forschungsprojekt zum Bereich der Medizin an der Uni Leipzig und Helios Klinik
Auch im Bereich der Medizin wird 5G Wellen schlagen. Mit dem neuen Forschungsprojekt MOMENTUM wird an der Universität Leipzig an den diversen Möglichkeiten geforscht, die 5G im Bereich der Telemedizin eröffnen könnte. Über die 5G-Infrastruktur werden Geräte im Krankwagen synchronisiert, die in Echtzeit wichtige Daten an die Notaufnahme senden. Bevor der Patient vor Ort ist, ist das Krankenhaus damit bereits informiert und vorbereitet. In Situationen, in denen Sekunden zwischen Leben und Tod entscheiden, kann die Übertragungsgeschwindigkeit von 5G in nahezu Echtzeit Leben retten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Projekt mit Fördermitteln in Höhe von 6,2 Millionen Euro. Das Innovationszentrum für computerassistierte Chirurgie (ICCAS) der Universität Leipzig ist federführend für das Projekt.

Auch am Leipziger Helios Park-Klinikum wird an den Möglichkeiten von 5G im Bereich der Medizin geforscht. In Zusammenarbeit mit der Mugler AG, einem Dienstleister in der Telekommunikationsbranche, wird an der Digitalisierung des Gesundheitswesens gearbeitet. Im Rahmen des 5G-eHealthSax-Projekts wird bis Ende 2021 der Einsatz der 5G-basierten Medizintechnologien erprobt, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern. An der Helios Klinik wird eine 5G-Testumgebung (Campus Netzwerk) eingerichtet, in der unter anderem untersucht werden soll, ob die Patientenbehandlung über Funknetzwerke sicher und bedarfsgerecht erfolgen kann. In diesem Rahmen stellt sich die Frage, ob die Versorgung der Patienten unter Einsatz der 5G-Vernetzung im eigenen Zuhause beendet werden könnte. Behandlungen und Überwachungen könnten mithilfe der Vernetzung über 5G durchgeführt werden, selbst wenn der Patient bereits entlassen wurde. Das Land Sachsen fördert das Projekt 5G-eHealthSax, das sich der Virtualisierung der medizinischen Versorgung angenommen hat.

5G heißt das Mobilfunknetz der Zukunft, das der Gesellschaft und Wirtschaft auf zahlreiche verschiedene Weisen jede Menge Vorteile, Verbesserungen und Innovationen bringen soll. Leipzig stellt sich auf dem Gebiet der neuen Technologie zukunftsorientiert auf und wird mit zahlreichen Forschungseinrichtungen aktiver Teil des digitalen Wandels.

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