Fußball in Leipzig - Retorte oder Zukunftsmodell?

Bei RB Leipzig handelt es sich um einen Fußballverein, an dem sich die Geister scheiden. Ist es schön, dass es plötzlich, fast aus dem Nichts, zumindest in der fußballhistorischen Zeitrechnung, einen Verein gibt, der weit oben mitspielt und mittlerweile sogar Titel gewinnt oder ist es eine Schande, dass der gewachsene Fußball, der durch die Vereinsmitglieder lebt, einfach so diskreditiert wird?

Rasenballsport Leipzig, wie sich der Verein nennt, weil die beiden Buchstaben nicht für den Sponsor Red Bull stehen dürfen, ist mittlerweile der große Prügelknabe der Bundesliga. Dennoch sieht es so aus, als würde sich Leipzig mit dieser Rolle gut zurechtfinden. Wenn man schon nicht gefallen kann, dann provoziert man eben.

Die Bundesliga Tabelle der letzten Jahre zeigt, dass der Erfolg dem Konzept von RB Leipzig auf jeden Fall recht gibt. Tatsächlich scheint es nur eine Frage der Zeit sein, bis Leipzig Deutscher Meister wird. Das liegt aber nicht nur an einem starken Sponsor, sondern auch an klugen Entscheidungen.

Mit Nachdruck in eine erfolgreiche Zukunft

Dass es in Leipzig durchaus eine große Fußballgeschichte gibt, diese zwar bislang nicht von RB Leipzig geschrieben wurde, beweist das Sportmuseum in Leipzig. Große Freunde des Fußballs denken natürlich an die erfolgreichen Zeiten von Lokomotive Leipzig.

Heute möchte RB diese Geschichte nicht nur weiterführen, sondern auf ein vollkommen anderes Level heben. Dass in Leipzig nicht nur für teures Geld perfekt ausgebildete, fertige Spieler gekauft werden, das zeigt ein Blick auf die Rekordabgänge des Vereins. Tatsächlich zeigt sich, dass gute Spieler erst in Leipzig zu erstklassigen Spielern werden und dann in vielen Fällen von anderen Vereinen für viel Geld abgeworben. Beispiele dafür sind Joshua Kimmich vom FC Bayern München und Timo Werner, der von Leipzig an den FC Chelsea in die englische Premier League verkauft wurde. Mittlerweile ist dieser zwar nach eher glücklosen Saisons wieder in die Heimat zurückgekehrt, doch der Trend, nachdem Leipzig gefragte und teure Spieler erster Güte ausbildet, hält weiterhin an.

Eine temporäre Situation

Wie bereits erwähnt, ist RB Leipzig derzeit der Sündenbock, der ungeliebte Retortenclub der Liga. Doch die Liste der verhassten Clubs zeigt, dass Leipzig nicht allein ist. Fans gegnerischer Vereine finden immer einen Grund, warum ihnen etwas an einem anderen Verein nicht passt. Der Hauptgrund für den Hass ist natürlich Neid. Wenn der eigene Verein von einer Krise in die Nächste rutsch, dann ist es verständlich, dass man mit etwas Neid nach Leipzig oder nach München blickt.
Was heute Leipzig ist, das war einst Hoffenheim und mehrere Jahre zuvor Leverkusen und Wolfsburg. Auch diese Vereine galten einst als Retortenclubs, doch der Erfolg und besonders die Liebe der Fans bewies den Hassern das Gegenteil.

Ob beim Tanzsport oder im Fußball, Leipzig mausert sich immer mehr zu einer Stadt des wettbewerbsfähigen Sports. Das passt gut ins Bild, schließlich handelt es sich bei Leipzig um eine der aufregendsten Städte in Deutschland und in Europa. Wer ein Fazit zu Leipzig und besonders zu RB Leipzig zieht und mit dem Verein sympathisiert, der sollte sich wenig Gedanken um die Meinung der anderen machen. Leipzig und seinen Bewohnern tut es gut und genau darauf kommt es an. In Leipzig feiert man gerne und wahrscheinlich gibt es in Zukunft noch viele fußballerische Erfolge zu feiern.

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