Sparpolitik trifft auf Wachstum: Verzögerungen im Flugverkehr sind nicht mehr nur die Ausnahme

Städtereisen dauern meist nur wenige Tage und das Programm ist dicht gestaltet. Umso ärgerlicher, wenn die Anreise sich wegen Verspätungen verzögert. Wann Sie Anspruch gegen Fluggesellschaften geltend machen können.

Seit der EU-Fluggastrechteverordnung sind die Airlines pünktlicher, schließlich geht es um sehr viel Geld, dass im Fall von gestrichenen Flügen oder Verspätungen bezahlt werden muss. So viel, dass einige Fluggesellschaften sogar in die Insolvenz geschlittert sind. Wenngleich nicht nur allein wegen der Ersatzzahlungen, aber es spielte eine große Rolle um in finanzielle Schräglage zu rutschen.

Für welche Fälle die Airlines Schadenersatz leisten müssen

Nichtbeförderung
Nichtbeförderung im Sinne der Fluggastrechteverordnung bedeutet, dass Passagiere mit gültigem Ticket und rechtzeitigem Check In (spätestens 45 Minuten vor Boarding) nicht mitfliegen dürfen. Der häufigste Grund dafür ist Überbuchung und das liegt im alleinigen Verschulden der Fluggesellschaften. Schließlich könnten diese, wenn der Flug ausgebucht ist, auf weitere Buchungen verzichten. Machen sie aber nicht, weil es immer wieder zu kurzfristigen Stornos kommt und das Flugzeug mit maximaler Auslastung abheben soll.

In diesem Fall haben Sie Anspruch auf Rückerstattung der Kosten oder auf Umbuchung (wenn der Preis dafür höher ausfällt, geht das zu Lasten der Airline). Zusätzlich haben Sie auch noch Anspruch auf eine Ausgleichszahlung, wenn Sie mit dem alternativen Flug um mindestens zwei Stunden zu spät am Zielort ankommen. Maßgeblich ist nämlich nicht der verspätete Abflug, sondern die Ankunft. Bei Nichtbeförderung wegen Überbuchung ist das sogar ziemlich wahrscheinlich, weil Flüge nicht wie U-Bahnen im Minutentakt abheben.

Annullierung
Ob nun ein Streik dafür verantwortlich ist oder mangelnde Auslastung: Wer einen Flug bucht, hat Anspruch auf Beförderung. Muss die Fluglinie nun aus welchen Gründen immer, den Flug streichen, ist sie im Rahmen der Vertragstreue dazu verpflichtet, betroffene Passagiere umzubuchen.

Schadenersatz steht aber in diesem Fall nicht automatisch zu. Informiert die Airline rechtzeitig davon, dass ein Flugzeug nicht wie geplant abhebt, hat der Passagier zwar Anspruch auf Erstattung der Ticketkosten oder Umbuchung, aber keinen auf Schadenersatz. Rechtzeitig heißt, mindestens 14 Tage vorher. Ist der Zeitraum kürzer, hängt die Höhe der Ausgleichszahlung davon ab, um wie viel sich die Ankunft verzögert. Vorverlegte Flüge gelten unter Umständen auch als Annullierung, wenn die Zeitspanne groß genug ist. Als Richtwert können fünf bis zehn Stunden genommen werden.

Verspätung
Verspätungen zählen zu den häufigsten Gründen, aus denen Ausgleichszahlungen entstehen. Das war auch die Intention der EU, damit die Airlines ihre Flüge nicht unrealistisch an die Maximalauslastung verplanen und die Passagiere darunter leiden, wenn unvorhergesehene Ereignisse den Flugplan verzögern. So überlegt es sich jede Airline zweimal, ob sie es riskiert ihre Passagiere auf Flughäfen umzuleiten die vom Nachtflugverbot betroffen sind.

Außergewöhnliche Gründe
Wetterextreme treten immer häufiger auf und das beeinträchtigt natürlich auch den Flugverkehr. Bedenkt man, dass große Flughäfen wie München oder Frankfurt ihre Slots am Maximum vergeben, können dichter Nebel oder ein starkes Gewitter schon dazu führen, dass die Abstände für Landungen um 50% reduziert werden müssen. Dauert die Situation auch nur drei Stunden, kommen in Summe jede Menge Verspätungen zusammen und diese können nicht mehr eingeholt werden. Gleiches gilt für einen Stromausfall.

Streiks können unter Umständen einen außergewöhnlichen Grund darstellen, aber nicht mehr automatisch wie nach früherer Rechtsprechung. Streikt beispielsweise das Personal einer Airline und ist dieser Streik angekündigt, hätte die Airline genügend Zeit, um betroffene Passagiere umzubuchen - wenngleich mit erheblichem Aufwand. Die Rechtsprechung legt jedenfalls den Maßstab bei Streiks sehr eng aus und entscheidet immer häufiger zugunsten der Passagiere.

Städtereisen boomen und innerhalb weniger Stunden erlebt man innerhalb Europas eine fremde Kultur und neue Eindrücke. Deshalb kommt es hier am häufigsten zu den Ansprüchen von 250,-, die für nicht planmäßige Ankunftszeiten auf einer Strecke von bis zu 1500 Kilometer vorgesehen sind. Bei Langstreckenflügen beträgt der Anspruch bis zu 600,-.

Empfehlungen
Nach oben

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.Datenschutz ansehen