Leipziger Jeans-Geschichte

In Leipzig ist es eine Grundeinstellung: Stil und guter Geschmack lassen sich nicht kaufen. Aber es ist möglich, mit dem Outfit einen individuellen Weg zu finden, sein Lebensgefühl nach außen zu zeigen – und was eignet sich besser als der selbstbewusste, lockere, authentische Jeans-Stil.

Dabei haben Jeans gerade in Leipzig eine tief verwurzelte Tradition. Was einmal mit heutzutage wenig bekannten DDR-Marken namens "Wisent", "Boxer" und "Shanty" begann, die als Zugeständnisse der Staatsoberen und als Waffen in einem Stellvertreterkrieg „gegen Jeans und lange Haare“ wirken sollten, ist heute aus Leipzigs Stadtbild nicht wegzudenken. Mit Stolz freuten sich die ehemaligen DDR-Kinder auf den Schulhöfen über eine echte West-Jeans. Dieses Gefühl scheint bis heute gerade in Leipzig noch fest verankert. Bewusst oder unbewusst – gerade die Leipziger zeigen eine ganz besonders lebhafte Verbundenheit zu ihren Jeans-Klamotten.

Dabei haben die Jeans schon allerhand erlebt: Am Anfang waren es robuste Arbeiterhosen – doch dann wurden sie zu Symbolen für Freiheit und Rebellion. Heutzutage sind Jeans in fast jedem Kleiderschrank zu finden. Aber wie ist es dazu gekommen?

Der weite Weg

Schon im 15. Jahrhundert sollen die Wurzeln der Kulthosen liegen: Kastiliens berühmter Weltenentdecker Christoph Columbus soll von einer seiner Reisen eines der heutzutage beliebtesten Kleidungsstücke im Gepäck mitgeführt haben. Auch alle Segel seiner Schiffsflotte waren aus Serge de Nîmes, einem robusten Baumwollstoff aus der französischen Stadt Nîmes, hergestellt worden – Serge de Nîmes kennen wir heute unter dem Namen Denim. Später, im Jahr 1873, meldeten dann der deutschstämmige Levi Strauss und Jacob Davis in San Francisco das Patent für die Jeans als Goldgräberhose an.

Übrigens: Die älteste erhaltene Levi's Jeans ist heute 135.575 Euro wert. Im Jahr 1873 kostete sie umgerechnet 1 Euro.

Ausgestattet mit Hosenträgern oder auch als Latzhose waren Jeans dann hauptsächlich bei den nordamerikanischen Goldgräbern beliebt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kamen sie dann mit den US-Soldaten nach Europa. In Deutschland mauserten sich die blaue Denim schnell zu einem äußerst begehrten Kleidungsstück.

James Dean, Marlon Brando und andere Leinwandstars taten ihr Übriges und steigerten das rebellische Image der Jeans. Heute sind Jeans gesellschaftsfähig geworden. Als Damenjeans und Herrenjeans können sie bei allen Gelegenheiten getragen werden.

Verschiedene Varianten

Man könnte annehmen, dass sich die Jeans in jeder Saison wieder neu erfinden. Allerdings steckt hinter jedem der verschiedenen Jeansmodelle die klassische Five-Pocket-Version. Praktisch, robust, fast unverwüstlich sollen Jeans sein. Aus diesem Grund ist die klassische Blue Jeans mit Metallnieten verstärkt. Dazu hat sie meist orangefarbene oder gelbe Nähte. Gefärbt wurde sie blau mit dem Farbstoff Indigo. Daher stammt auch der Name „Blue Jeans“. Ende der 1950er-Jahre kam die erste schwarze Jeans auf den Markt – und als „Elvis-Presley-Jeans“ wurde sie schnell zu einem Must have.

Um 1980 wurden dann neue Waschtechniken und mechanische Abnutzungsverfahren wie Bleached, Moon und Destroyed Washed eingesetzt.

So tragen die unterschiedlichen Jeansversionen heute ihre Namen entweder nach ihrer Passform, ihrem Verwendungszweck, nach ihren Trägerinnen oder nach ihren Trägern: während Skinny Jeans figurbetont und eng sind, kommen Boyfriend Jeans lässig und weit daher. Irgendwo dazwischen rangieren Girlfriend Jeans – sie sind knöchellang, hoch geschnitten und dazu recht locker an den Oberschenkeln. Flared Jeans folgen dem immer wieder beliebten Retrolook und lehnen sich deutlich an die Schlaghosen der 1970er-Jahre an. Die Karottenform der 90er stand für die sogenannten Mom-Jeans Pate.

Die große Auswahl Damenjeans

Gerade die Auswahl der Damen Jeans ist groß. Fest steht allemal: Nicht jeder Schnitt ist auch für jede Figur geeignet. Boyfriend Jeans und Bootcut Jeans können helfen, kleine Problemzonen zu kaschieren. Skinny Jeans und Röhrenjeans machen die Beine optisch länger – deshalb sind sie ideal für zierliche, kleine Frauen. Ein etwas flach geratener Po wird mittels einer Push up Jeans etwas voluminöser.

Auch die Farbe ist durchaus entscheidend: Während sich helle Varianten besonders für schlanke Trägerinnen eignen, macht eine dunkler gewaschene Jeans optisch etwas schlanker.

Allerdings ist auch bei auffälligeren Waschungen und bei verschiedenen Accessoires etwas Vorsicht anzuraten – sie können durchaus ungewollt Blicke auf Zonen lenken, die Frauen womöglich doch lieber verstecken möchten.

Viele Jeans auch für Herren

Viele Jeans auch für Herren: gerade bei Männern gilt die Jeans als unverzichtbar. Sie sind sowohl alltagstauglich als auch für Besuche im Restaurant oder den Sonntagsausflug geeignet. Der bevorzugte Stil spielt auch bei Herrenjeans eine ausschlaggebende Rolle, wobei alle Jeans unterschiedlich gewaschen sind und einen lässigen Look unterstützen. Denim ist meist der Stoff, aus dem die Hosen sind – dabei sorgt das Baumwollmaterial für Atmungsaktivität und Knitterarmut. Jeans sind kernig, robust, bequem und sportlich. Sie ermöglichen viele Kombinationsmöglichkeiten.

Auch Herrenjeans sind in diversen Passformen verfügbar. Dabei reicht die Angebotspalette von den klassisch geschnittenen Regular Fit Jeans, den schmalen Modern Fit Jeans und Jeans im weiten Comfort Fit bis zu den Tiefbundvarianten und den Modellen mit Bauchschnitt.

Jeans: „Das blaue Wunder“

Wer sich die Herstellungsverfahren für Jeans einmal genauer ansieht, wird die Bezeichnung „Blaues Wunder“ verstehen, obwohl es die Lieblingshosen heute längst in vielen verschiedenen Färbungen gibt. Vom Metallknopf bis zur Gürtelschlaufe – eine einzige Jeans besteht nämlich aus etwa 60 verschiedenen Einzelteilen, die mit einem extrastarken Garn zusammengenäht werden. Danach folgen noch aufwendige Wasch- uns Spülvorgänge, bis die Jeans in den Verkauf gelangen.

„Blaue Wunder“ gibt es viele: Die „bildhafte“ Bezeichnung steht für Filme, Buchtitel, Theaterstücke, Schlösser und Brücken, so wie beispielsweise die Leipziger Fußgängerbrücke „Blaues Wunder“. Ihr Bestand endete 2004, da wurde sie abgerissen – aber Jeans gibt es immer.

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