Lebensmittel-Lieferdienste im Trend

Onlineshopping an sich ist schon lange kein Trend mehr. Mehr als die Hälfte aller Einkäufe werden heute bereits im Netz getätigt. Bislang galt das allerdings überwiegend für Computerspiele, Elektroartikel, Mode, Bücher, Musik oder Schreibwaren.

Spätestens seit den Corona-Lockdowns werden aber auch verstärkt Lebensmittel, Getränke oder Artikel des täglichen Bedarfs bzw. Drogerieartikel Online gekauft. Dabei beschränkt sich das Angebot längst nicht mehr auf nur ein paar wenige große Anbieter, zunehmend mehr finden auch Nischenkonzepte Anklang bei den Verbrauchern. Die meisten stationären Supermärkte bieten ebenfalls entsprechende Lieferdienste an, um Kunden nicht an die zunehmende Online-Konkurrenz zu verlieren.

Einfach, schnell und frisch bis an die Haustür

Die Vorteile von Lebensmittelbestellungen im Netz sind offensichtlich. Keine vollen Supermärkte, keine langen Warteschlangen, kein Zeitverlust durch Hin- und Rückfahrt. Da die Lieferkosten in der Regel nicht besonders hoch sind, ist die Hemmschwelle, sich frische oder verpackte Lebensmittel bis an die Wohnungstür kommen zu lassen, niedrig. Da die meisten Anbieter von Lieferdiensten eigene Apps zur Verfügung stellen, können zudem auch weniger Technik-affine Personen ohne Probleme Bestellungen aufgeben.

Großartige Hürden gibt es also nicht, wenn man sich den Weg in den Supermarkt sparen will. Dadurch, dass viele Lieferdienste auch auf Elektroautos, E-Scooter oder E-Bikes setzen, ist die Lieferung auch wesentlich nachhaltiger als bei einem Einkauf mit dem eigenen PKW. Doch nicht nur alltägliche Lebensmittel lassen sich unkompliziert nach Hause liefern, zunehmend mehr junge Unternehmen versuchen, mit innovativen Konzepten Nischen zu besetzen.

Nischenprodukte statt Massenware

Auch Nischenkonzepte erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Das niederländische Start-up Crisp beispielsweise konzentriert sich auf die Lieferung von frischen Lebensmitteln regionaler Bauern und Bäcker, in Hamburg und im Ruhrgebiet liefert bakerix frische Backwahren innerhalb von 30 Minuten. Der Getränke-Lieferdienst Flaschenpost war mit seinem Online-Getränkemarkt so erfolgreich, dass das Unternehmen von der Oetger-Gruppe übernommen wurde.

Andere Jungunternehmer spezialisieren sich hingegen auf Ethno-Food, Lebensmittel, die nicht dem heimischen Kulturkreis entstammen. Beispiele dafür sind etwa lieferAbi.de, ein Online-Supermarkt, speziell für türkische Feinkost oder der Online-Shop mama-t.de, bei dem Freunde der afrikanischen Küche traditionelle afrikanische Lebensmittel bestellen können. Weitere Nischenprodukte im Bereich Lebensmittel, die in entsprechenden Shops Online bestellt werden können, sind Spezialitäten wie erlesene Weine oder edle Käsesorten. Wenn die Entwicklung so weitergeht, ist es gut möglich, dass es zukünftig kein Lebensmittel mehr gibt, welches sich nicht frisch bestellen lässt.

Ausblick

Das Geschäft mit Lebensmittellieferungen ist schon heute ein Milliardenmarkt, von dem immer mehr junge Unternehmen ein Stück abhaben wollen. Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass der Markt weiterhin wächst und der Wettbewerb zunehmen wird, wenn das Verbraucherverhalten sich in den kommenden Jahren weiter in Richtung Online-Einkauf von Lebensmitteln entwickeln wird. Noch sind viele der jungen Start-ups nur in wenigen deutschen Großstädten vertreten, die wachsende Nachfrage macht eine Expansion in den kommenden Jahren sehr wahrscheinlich.

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