Barbecue: ein amerikanisches Kulturgut

Barbecue (BBQ) ist mehr als nur Grillen auf amerikanische Art. In den USA wurde die Grillkunst über die Jahrhunderte hinweg genussvoll zelebriert. Erste Quellen berichteten von dieser speziellen Grillmethode bereits im Jahre 1607, wo diese in einem Brief englischer Kolonialisten in Jamestown an das Mutterland erwähnt wird.

Barbecue nimmt in der US-amerikanischen Gesellschaft einen hohen Stellenwert ein. Generell sind Amerikaner in ihrem Individualismus außerordentliche Familienmenschen und verbringen mit Familie und Freunden gern ganze Nachmittage bei diesem Ereignis in freier Natur. Zusätzlich werden vor Ort regelmäßige Barbecue-Volksfeste sowie Wettbewerbe geboten, in denen der Grillmeister gekürt wird, der seine Gäste mit den delikatesten Speisen verwöhnt. Wer selbst Lust auf Grillen bekommen hat: Entsprechendes Grillzubehör verschiedenster Art ist unter diesem Link einsehbar.

Indirektes vs. direktes Grillen
Der erste Unterschied zwischen Barbecue und dem europäischen Grillen besteht in der Zubereitungsmethode. In Europa wird das direkte Garen praktiziert; das Fleisch und andere Zutaten befinden sich dicht unter dem Feuer. Anders ist dies in den USA, denn beim Barbecue wird die indirekte Grillmethode bevorzugt. Das Grillgut liegt nun über einer offenen Grube oder in einem speziellen Barbecue-Grill, dem Smoker.

Dabei handelt es sich um ein geschlossenes Grillgerät mit zwei Kammern, das nicht wie bei einem europäischen Grill, nach oben hin offen ist. Der Rauch wird beim Barbecue von der einen Kammer in die andere geleitet. Die Einwirkung der Hitze ist wesentlich geringer. Dies hat mehrere Auswirkungen auf das Ergebnis sowie die Grillkultur an sich:

Geschmack und Grillkultur
Erstens gehen durch die schonendere indirekte Garmethode weniger Vitamine und Nährstoffe verloren, sodass der Schluss, Barbecue sei die gesündere Grillmethode, gerechtfertigt ist. Zweitens wird das Grillgut viel gleichmäßiger gegart, braucht nicht gewendet zu werden und kann auch nicht anbrennen. Drittens werden durch das Grillen auf amerikanische Art andere geschmackliche Nuancen als beim europäischen Grillen hervorgerufen. Das Grillgut auf dem Barbecue-Smoker erhält seinen eigentümlich rauchigen Geschmack und bleibt saftig und zart.

Viertens entsteht als kulturelle Komponente ein anderes Zeitgefühl beim Barbecue, denn hier kann das Grillgut theoretisch mehrere Stunden auf dem Smoker warmgehalten werden ohne an Qualität einzubüßen. Die Hektik und der Druck, beim Grillen bloß nicht den richtigen Zeitpunkt zu verpassen, um das Grillgut vom Grill zu nehmen, fallen weg. Grillen in den USA verläuft von daher entspannter und wird mehr in die Länge gezogen.

Typische Zutaten beim Barbecue
Wie auch in Europa kommt in den USA viel Fleisch auf den Grill. So finden sich in der Grillkammer beispielsweise Hähnchenflügel, Burger, Würstchen, Koteletts, Schnitzel, Spieße, Fische und Meeresfrüchte, wobei auch in den Vereinigten Staaten der Trend zu mehr Gemüse geht. Typisches Grillgemüse sind hier Kartoffeln, gefüllte Tomaten und Auberginen, Maiskolben sowie Salate. Der Fokus wird also auf urtümlich amerikanisches Gemüse gelegt, das vor der Kolonialisation in Europa unbekannt war. Der größte Unterschied zwischen dem Barbecue und dem europäischen Grillen liegt allerdings in der Würzung. Während in Deutschland viel mit Salz, Pfeffer und Paprika gewürzt wird, bevorzugen Amerikaner als Beigabe spezielle Barbecue-Saucen.

Diese sind Tinkturen mit einem zumeist fruchtigen und moderat scharfen Grundton, wobei auch herzhafte Geschmacksrichtungen zum Beispiel durch Knoblauch, Chili, Zwiebeln und Worcestersauce beliebt sind. Für den fruchtigen Geschmack werden gern Mango, Zitrone und Ananas genutzt. Die Zubereitung einer Barbecue-Sauce gilt in den USA als Kunst und ist ein wichtiger Bestandteil des Grillvergnügens, was der Fantasie der Grillmeister keine Grenzen setzt.

Lokale Highlights in den USA
Die Hochburg der Barbecue-Kultur befindet sich in den Südstaaten, wo gelegentlich auch vom „Barbecue Belt“ die Rede ist. In diesen landwirtschaftlich geprägten Gegenden besaß das gemeinsame Barbecue-Grillen eine größere Bedeutung als in den wesentlich früher industrialisierten Nordstaaten. In der Folge bildeten sich im Süden der USA lokale Schwerpunkte heraus.

So huldigt man in Kansas City der Zubereitung von Spareribs, während Maryland für sein köstliches Hühnchenfleisch geschätzt wird. In Tennessee werden wiederum gewürzte Rippen bevorzugt, in Texas Rinderbrust mit Wurst und in Alabama und Georgia brutzelt gern einmal ein Schwein am Spieß in der Rauchkammer. Exoten fühlen sich hingegen vom Barbecue in Louisiana und Florida angezogen, denn dort werden – ähnlich wie beim Braai in Südafrika – Alligatoren zubereitet.

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