Suchtgefahr im Lotto: wenn die Kreuze zum Kreuz werden

Leipzig ist eine Stadt der Vielfalt. Ob Menschen, Parks, Kultur oder Freizeit – es gibt überall etwas zu erleben und zu entdecken. Doch auch die Schattenseiten sind zu sehen. Alkoholsüchtige am Hauptbahnhof oder Drogenverkäufer in Parks. Es scheint fast so, als würde das Positive auch immer das Negative anziehen. Doch nicht nur klassische Süchte spielen immer häufiger eine Rolle. So bergen Glücks- und Gewinnspiele generell eine Gefahr, der Spielsucht zu verfallen. In diesem Bezug sind das 6 aus 49, Eurojackpot oder andere Angebote keine Ausnahme. Allerdings und das ist der große Unterschied zu vielen anderen Arten des Glücksspiels, ist das Suchtpotenzial bei Lotterien gering.

Verhältnismäßig geringes Potenzial
Das Spielen, nicht nur das Lottospielen, ist ein Massenphänomen. Immer mehr Menschen vertreiben sich mit diversen Videospielen die Zeit. Doch längst ist das Alles nicht mehr nur auf den Computer oder die Konsole beschränkt. Immer häufiger greift der Spieler zu seinem Handy oder seinem Tablet. Denn hier sind mannigfaltige Spiele nur einen Klick entfernt. Besonders im Fokus stehen dabei die Free-to-Play-Spiele. Also Titel, die kostenfrei heruntergeladen und gespielt werden können. Längst haben sie klassische Spiele, wie etwa das Monopoly Leipzig als Brettspiel, abgelöst. Auch wenn das genannte Spiel sich um die sächsische Wirtschafts- und Kulturmetropole dreht, so ist es vielen schlicht lieber, auf den Bildschirm eines tragbaren Gerätes zu blicken.

Doch auch wenn der Markt der Apps boomt, machen dennoch 40 Prozent der Deutschen regelmäßig die Kreuze auf einem Lottoschein. Der Großteil ist zumindest einmal jährlich dabei. Unter den Teilnehmern finden sich ebenfalls lottosüchtige Spieler. Dabei handelt es sich um Personen, die beim Lottospiel mehr verlieren, als sie sich eigentlich leisten können. Über Wasser hält dabei die Einstellung, dass einer ja gewinnen muss. Warum sollte man das selbst also nicht sein?

Jedoch ist Lottospielen nicht ganz so einfach gestrickt. So ist es zwar richtig, dass alle gewinnen können, allerdings nicht jeder. Somit gehen die meisten leer aus, was generell kein Problem ist. Das ist schließlich das Risiko, dessen sich jeder beim Einzeichnen der Kreuze und Abgeben des Tippscheins bewusst ist. Die reale Gefahr bei der Lottospielsucht entsteht im Regelfall bei Menschen, die an Systemspielen teilnehmen. So lassen sich etwa die Gewinnchancen potenzieren. Im Kontext der reinen Gewinnwahrscheinlichkeit ist dies jedoch relativ unerheblich. Eine Jackpot-Garantie gibt es schlicht nicht.

Eine große Rolle spielen dabei besonders hohe Jackpots. So garantiert etwa der Eurojackpot besonders hohen Gewinnsummen. Zudem gibt es bei diesem eine höhere Chance, seinen Einsatz wiederzugewinnen. Das bringt nicht nur einen zusätzlichen Anreiz. Viel mehr suggeriert das dem Einzelnen, dass der Gewinn nur eine Frage der Zeit und Ausdauer ist. Somit ist dieser besonders interessant für Personen, die öfter ihr Glück herausfordern.

Lottospielen mit Verantwortung
Das klassische Lotto 6 aus 49 ist zudem aufgrund der niedrigen Ereignisfrequenz nur eine geringe Gefahr für Spielsüchtige. Denn die Ziehungen finden lediglich Mittwoch und Samstag statt. Darüber hinaus ist die Chance auf den Millionengewinn relativ gering. Wer von einem Hauptgewinn, also einem „Sechser“ träumt, macht seine Kreuze für eine Wahrscheinlichkeit von 1:14 Millionen. Mit Zusatzzahl liegt diese bereits bei 1:140 Millionen. Im Vergleich zu vielen anderen Glücksspielen sind die Voraussetzungen, um lottosüchtig zu werden, eher gering.

Dennoch gilt es sich an einige Dinge zu halten. Denn das Lottospielen soll letztendlich Spaß machen und nicht dazu dienen, den Lebensunterhalt zu verdienen. Insofern darf für die Lotterie nur Geld genutzt werden, das nicht für wichtige Dinge wie Miete, Nebenkosten, Lebensmittel und Ähnliches gebraucht wird. Hinzukommt, dass das Lottospielen niemals als Kompensation von Frust dienen kann.

Zentraler Punkt ist jedoch die Verantwortung und die Achtsamkeit sich selbst gegenüber. Nimmt man etwa Auffälligkeiten wahr, die im Zusammenhang mit dem Spiel stehen, ist es wichtig sich ernst zu nehmen und mitzuteilen. Erste Anzeichen für ein Problem kann etwa sein, dass sich Geld zum Spielen geliehen wird oder die Kreuze mit einem schlechten Gewissen gesetzt werden. Zusätzlich bieten diverse Beratungsstellen, wie das Blaue Kreuz, Anonyme Spieler, der Fachverband Glücksspielsucht oder der Caritas Hilfe an. Ebenso finden sich online einige Fragebögen, mit denen sich die persönliche Gefährdung testen lässt. Dennoch ist das Risiko eher gering. Denn im Gegensatz zu einem Spiel im Casino, etwa an einem Automaten oder Tischspiel, verbringt der Spieler nur wenig Zeit in einer Lotto-Annahmestelle.

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