„Diäten mit Verboten funktionieren nicht“ – Leipziger Ernährungsberater über gesunde Ernährung

Gewicht zu verlieren ist für viele Menschen alles andere als einfach. Und das, obwohl es an Methoden nicht mangelt – verschiedene Diäten, Trennkost oder eine Kur mit Apfelessig sollen den gewünschten Erfolg bringen. Viele Strategien funktionieren nicht, einige sind (zurecht) umstritten, manche gefährden sogar die Gesundheit. Eines haben allerdings fast alle Diäten gemeinsam: Sie basieren auf dem Verzicht auf bestimmte Lebensmittel.

Doch eine Diät mit Verboten muss nicht sein, so Lars Selig, Ernährungsberater an der Leipziger Uniklinik. Seine Strategie lautet: keiner muss auf Wein oder Schokolade verzichten – was schmeckt ist gesund. Natürlich orientiert sich der 32-jährige Medizinpädagoge und Diätassistent bei seinen Empfehlungen an der Ernährungspyramide der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Aber auch Naschereien sind bei ihm nicht verboten, denn: was am Ende des Tages zählt, ist die Energiebilanz.

Gesunde Ernährung trotz Schokolade und Kuchen?

Gelegentlich beim Italiener des Vertrauens eine Pizza oder am Nachmittag mal ein Stück Kuchen zu essen ist laut Selig kein Problem: „Selbst die Ernährungspyramide der DGE, die wissenschaftliche Basis jedes Ernährungsberaters, zeigt, dass man auch Fette und Süßigkeiten zu sich nehmen kann – natürlich in Maßen. Aber es gibt keine Verbote, Hochkalorisches ist erlaubt, auch weil gesund nicht gleichgesetzt werden darf mit fettarm.“ Die eine, allgemein gültige Definition für eine gesunde Lebensweise gibt es nicht, so der Ernährungsexperte. Dafür seien die Geschmäcker viel zu verschieden.

Ganz nach Oma: Gesund ist, was schmeckt

Stattdessen hält Selig es so, wie man es von Omas gut gemeinten Ratschlägen kennt: gesund ist, was schmeckt. Der Mediziner hält es für wenig sinnvoll, Gesundheit nur in Kilogramm oder BMI-Einheit zu messen. Stattdessen konzentriert er sich auf das Wohlbefinden seiner Patienten: „Was wäre denn das für ein Leben, wenn man immer nur irgendwelchen Körper-Idealen hinterherjagt und dabei immer unglücklicher wird, weil es mit dem Abnehmen nicht klappt. Überhaupt können Diäten, bei denen es Verbote gibt, nicht funktionieren. Weil nach einiger Zeit, in der das Verbot eingehalten wird, dann doch wieder die Verlockung die Disziplin zerstört.“

Moderation sei dabei der Schlüssel für eine dauerhafte Ernährungsumstellung. Für einen langfristigen Gewichtsverlust rät der Experte, die eigene Energiebilanz zu kennen, denn diese bestimmt letztendlich über Zu- und Abnahme. Nimmt jemand mehr zu sich, als er verbrennt, steigt das Körpergewicht. Gelingt es, mehr Energie zu verbrauchen, als aufgenommen wird, nimmt man ab. Ganz einfach. Wer auf die Tüte Chips am Abend oder ein paar Stück Schokolade nicht verzichten möchte, kann mit Sport für den nötigen Ausgleich sorgen und zusätzliche Kalorien durch Schwimmen, Laufen oder Radfahren wieder abtrainieren.

Intervallfasten und Co.

Rohkost- oder die sogenannten Monodiäten, bei denen nur ein einziges Lebensmittel auf dem Speiseplan steht, hält Selig nicht nur für ungesund, sondern auch für potenziell gefährlich. Und auch dem Verzicht auf tierische Lebensmittel steht der Experte kritisch gegenüber: „Der Mensch ist seit Jahrtausenden ein Allesfresser. Diese Mischkost ist uns damals gut bekommen, und so ist es auch heute. Das Meiden von Lebensmitteln, wie es beispielsweise Veganer praktizieren, kann regelrecht krank machen. Man muss als Veganer schon viel wissen und geschickt kombinieren können, um alle benötigten Nährstoffe aufzunehmen.“

Durchaus wirksam können hingegen kurze Fastenperioden sein, wie sie beim Intervallfasten mit Happyhealthy.de praktiziert werden. Bei dieser Ernährungsform wird täglich stundenweise auf die Nahrungsaufnahme verzichtet. So wird bei der bekanntesten Fastenform, der 16:8 Methode, für 16 Stunden gefastet (meist über Nacht), während in den restlichen 8 normal gegessen werden kann. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass der regelmäßige Nahrungsverzicht nicht nur das Gewicht langfristig reduziert, sondern auch das Risiko für chronische Krankheiten senken kann.

Dazu zählen

  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Herz-Kreislauf-Krankheiten
  • neurologische Krankheiten
  • Krebs


Auch die Gehirnfunktion konnte durch intermittierendes Fasten positiv beeinflusst werden.

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