Wie gefährlich sind Schwimmbäder?

An heißen Sommertagen ohne Regen gibt es nichts Schöneres, als im See um die Ecke baden zu gehen. Auch Freibäder und Hallenschwimmbäder mit Außenbereich sind im Sommer überaus verlockend. Hier finden Groß und Klein eine erfrischende Abkühlung und können einen ganzen Tag voller sportlicher Aktivität verbringen. Riecht es im Freibad schlecht, kann dies an einer unzureichenden Wasserqualität liegen. In manchen Städten liegt ein regelrechter Fäkalien-Geruch über öffentlichen Schwimmhallen im Sommer.

Wer zum Baden geht, möchte sich aber darauf verlassen können, den Spaß gesund zu überstehen und nicht mit Keimen anderer Badegäste in Berührung zu kommen. Nur allzu häufig urinieren viele Leute direkt in das Schwimmbecken, wobei es zu einer erheblichen Keimbelastung des Wassers kommen kann. Üblicherweise wird das Wasser im Schwimmbecken mit Chlor desinfiziert, die Mixtur aus Chlor und Urin ergibt den üblichen Schwimmbad-Geruch.

Im Naturbad filtern Pflanzen die Verunreinigungen aus dem Wasser
In vielen großen Städten gibt es sogenannte Natur-Bäder. In diesen Freibädern mit meist überaus weitläufigem Gelände und endlosen Liegewiesen wird das Wasser nicht mit Chemikalien gereinigt. Die gute Wasserqualität zum Baden wird durch den Einsatz spezieller Pflanzen erzeugt, die Keime aus dem Wasser filtern. Diese sind an den Rändern der einzelnen Schwimmbecken angepflanzt, der Boden des Beckens ist wie gewohnt gefliest. Auch der Sand, in dem diese Wasserpflanzen wachsen, hat eine reinigende Funktion und säubert das Schwimmwasser von Schmutz-Ablagerungen, die an den Beckenboden sinken.

Mit natürlichen Verunreinigungen kommen die Pflanzen sehr gut klar, vor allem sensible Menschen profitieren von der natürlichen Reinigungsfunktion, welche die Haut und Augen nicht reizt. Einzig Sonnencreme kann den Pflanzen zu schaffen machen, da diese chemischen Stoffe nicht aus dem Badewasser gefiltert werden können und an manchen Tagen wie ein regenbogenfarbener Film auf der Wasseroberfläche schwimmen. Wie bei allen Freibädern ist die Belastung des Wassers um ein Vielfaches höher, da die Badegäste häufig barfuß über die Anlage ins Schwimmbecken gehen und an den Füßen Erde, Sand, Pflanzenteile und andere Verunreinigungen ins Becken transportieren.

Überlauf, Wasseraufbereitung und Chlorwerte
Große Schwimmbecken sind mit einem Überlauf versehen, von unten oder von den Seiten kann kontinuierlich frisches Wasser in das Becken eingelassen werden. Nicht alle Bäder machen von dieser Möglichkeit Gebrauch, da mit den höheren Wassermengen auch die Betriebskosten um ein Vielfaches steigen. Die Eintrittspreise in Hallen-, wie Freibäder sind bundesweit auf einem in etwa gleichen Niveau. Bei der Wasseraufbereitung im Schwimmbad kann es jedoch gewaltige Unterschiede in den einzelnen Bundesländern geben. Sie erkennen einen Überlauf im Schwimmbad daran, dass Wasser über den Beckenrand hinaus abfließt. In der Regel befindet sich direkt hinter dem Beckenrand dann kein gefliester Schwimmbadboden, sondern ein Gitter, welches den Ablauf schützt. Sie können es auch am Boden des Schwimmbeckens oder an den Seitenwänden fühlen, wenn frisches Wasser eingelassen wird.

Befinden sich zu viele Keime im Wasser, muss die Menge an Chlor erhöht werden, um diese abzutöten. Ein gutes Schwimmbad erkennen Sie daran, dass die Bademeister regelmäßig Proben des Wassers entnehmen und überprüfen. Befinden sich zu viele Verunreinigungen, Keime oder Mikroorganismen im Wasser, wird der Chlorgehalt erhöht. Ist zu viel Chlor im Wasser, kann es leicht zu roten Augen oder austrocknender Haut kommen.

Gefahr durch Keime im Wasser von Schwimmbädern
In allen Schwimmbädern ist es verboten, ins Wasser zu pinkeln! Halten Sie sich selbst an eine gewisse Hygiene und leiten Sie auch Ihre Kinder zu einem ordentlichen Verhalten im Schwimmbad an. Vor dem Baden sollten Sie duschen, damit der Schmutz des Alltags nicht ins Schwimmbadwasser gelangt und das Wasser möglichst sauber bleibt. Kleine Kinder, alte Menschen oder gesundheitlich beeinträchtigte Badegäste können sich im Schwimmbad leicht eine Infektion durch zu hohe Keimbelastung holen, deshalb ist eine kontinuierliche Wasseraufbereitung unentbehrlich.

In manchen Bädern wird eine spezielle Flüssigkeit eingesetzt, die sich in Verbindung mit Urin bunt verfärbt. So können die Badegäste leicht identifiziert werden, welche das Wasser im Schwimmbecken verunreinigen. Positiver Nebeneffekt dieser Maßnahme ist, dass auch andere Besucher abgeschreckt werden und nicht als „Wasser-Piesler“ dastehen möchten. In Schwimmbädern, die den Urin der Badegäste bunt einfärben, wird viel weniger ins Schwimmbecken gepinkelt. Die Folge ist, dass weniger Chlor eingesetzt werden muss, um die Wasserqualität auf einem gesunden Niveau zu halten. Manche Hallenbäder setzen außerdem zusätzlich Aktivkohlefilter ein, um das Wasser sauber zu halten. Gegen allzu große Mengen Chlor im Wasser können Sie sich mit einer Schwimmbrille schützen, dann werden die Augen nicht gereizt.

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