Lost Places: Stadtbad öffnet seine Pforten

Ab Juni 2019 wieder regelmäßig Führungen durch das historische Kleinod

Die Sehenswürdigkeiten Leipzigs sind weltbekannt. Weniger Berühmtheit genießen die vergessenen Orte der Stadtgeschichte. Die Lost Places Leipzigs zu entdecken lohnt, denn mehr und mehr verschwinden aus dem Stadtbild und weichen einer modernen Cityplanung.

Die Leipziger Ruinenwelten üben ihre ganz eigene Faszination aus. Einst wurde Leipzig durch diese Bauten geprägt. Heute werden Investoren gesucht, welche diese geschichtsträchtigen Bauten sanieren und ihnen ihre Würde zurückgeben. Besonders Hobbyfotografen begeben sich gern auf die Spuren dieser mystischen Orte.

Das Leipziger Stadtbad kann ab Juni 2019 regelmäßig jeden ersten Sonntag im Monat im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

Der einstige Prunk des Stadtbades ist noch sichtbar. 1916 wurde das Gebäude nach dreijähriger Bauzeit eröffnet und bot seinen Gästen mit einer Orientalischen Sauna und einem Wellenbad mit bis zu einem Meter hohen Wellen revolutionäre Attraktionen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Badebetrieb wieder aufgenommen. In den 1980er Jahren wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt.

Am 15. Juli 2004, taggenau 88 Jahre nach der glanzvollen Eröffnung gingen die Lichter im Stadtbad aus, nachdem Teile der Decke eingestürzt waren. Das Gebäude enthält zwei nach Geschlechtern getrennte Schwimmhallen mit prächtigen dorischen Säulenschmuck. Die Damensauna im maurischen Stil mutet wie ein Märchen aus tausendundeiner Nacht an. Goldverzierungen und aufwendige Wandmosaike trotzen dem Verfall. Eine Stiftung möchte dem Bau nun neues Leben einhauchen. Begonnen wurde mit der Wiederherstellung des Daches. Auch als Veranstaltungslokation wird das Stadtbad bereits genutzt.

Lost Places üben eine geradezu magische Faszination auf Fotografen aus. Die Schönheit im Verfall zu entdecken, ist ihre Passion. Leipzig besitzt eine ganze Reihe dieser mystischen Orte und eignet sich für eine Städtereise der etwas anderer Art.

Jedes Gebäude besitzt eine ganz eigene Geschichte. Damit sich die geschossenen Fotos den Geschichten der Lost Places zuordnen lassen, ist es von Vorteil, ein Reisetagebuch zu führen. Dies empfehlen die Fachleute von travelspring.de. Reisetagebücher können auch selbst zu Fotoalben werden. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Leipzig selbst trauert seinen Lost Places nach. Mehr und mehr verschwinden. Kaum jemand erinnert sich noch daran, dass es keine 25 Jahre her ist, als sich die komplette Stadt wie ein vergessener Ort Grau in Grau darstellte. Jahrelang waren die einstigen Vorzeigebetriebe und Kulturstätten nicht von Interesse. Lediglich eine bescheidene Szene an Partylustigen, Fotografen und Geocaching-Schatzjägern eroberte sich die Lost Places zurück.

Die einstige Dietzolds Fabrik gehört heute zu den Wächterhäusern. Von Elguwa in der Burgauenstraße ist nach der Sprengung nichts mehr übrig. Zu altem Schick zurückgefunden hat Interdruck in der Dresdner Straße. Das Gebäude stammt aus dem Jahre 1917 und trägt die Handschrift des Neuklassizismus.

Die Suche nach den Lost Places der Stadt gestaltet sich heute aufwendiger, doch fündig werden Städtereisende in jedem Fall. Am Ende der Pittlerstraße zum Beispiel, dort erhebt sich die einstige Seifenfabrik Ozean. Ein österreichisches Unternehmen hatte hier im Jahre 1925 die Produktion von Kosmetikartikeln aufgenommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg produzierte Goldeck Süßwaren. Der 1980 gegründete VEB Leipziger Süßwarenbetrieb scheiterte nach der politischen Wende an der Konkurrenz. Zurückgeblieben ist ein marodes Stück Industriekultur.

Auch die Globuswerke in der Limburgerstraße und die Maschinenfabrik Swiderski bieten mit ihrem maroden Charme so manche mystisch schönen Eindrücke und eindrucksvolle Motive, die ihre Wirkung in Schwarz-Weiß am besten entfalten.

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