Christian Kaisan: Der Leipziger Roulette-Profi unter der Lupe

Christian Kaisan hat das erreicht, wovon nicht nur viele Leipziger, sondern Menschen auf der ganzen Welt träumen: Mit seiner Strategie des „Kesselguckens“ wurde er zu einem weltbekannten Roulette-Spieler und hat dabei Millionen von Euro gewinnen können. Sein Motto: Gewinnen hängt nicht vom Glück ab, sondern von harter Arbeit. Ein Portrait eines Leipzigers, der es von der DDR nach ganz oben geschafft hat - und dafür eine ungewöhnliche Strategie verwendete, die er sich in jahrelanger Arbeit antrainierte.

Erste Schritte in Leipzig 

Angefangen hat für Christian Kaisan, heute 73 Jahre alt, alles im Jahr 1972 in Leipzig. Während Deutschland in Ost und West geteilt war, eine Wiedervereinigung in weiter Ferne schien und Willy Brandts Entspannungspolitik am Widerstand der Opposition und der eigenen Partei zu zerbrechen drohte, entdeckte der junge Christian Kaisan ein neues Hobby für sich: Nahe seiner Wohnung gab es eine Pferderennbahn, wo er kleinere Wetten abschloss. Eines Tages sah er vor dem Eingang eine Gruppe von Männern, die ein Würfelspiel namens „Die Goldene Sechs“ spielten. Ein neues Zeitalter war einige Jahre zuvor in der DDR angebrochen, der Glücksspielparagraph aus dem sozialistischen Strafrecht gestrichen worden. Kaisan erkannte sofort, dass auf lange Sicht beim Glücksspiel nur das Haus gewinnen konnte; er schlug sich auf die Seite der Bankhalter und analysierte das Spiel daheim genau.

Dies war Kaisans Eintritt in die Spielszene. Schon bald begann er, sich Systeme auszudenken, um seine Gewinnchancen zu erhöhen. Kurz darauf wurde er ein Veranstalter für Leipziger Roulette-Partien. 1981 folgte die nächste Wende: Kaisan durfte in die Bundesrepublik ausreisen. Ab 1984 spielte er ausschließlich Roulette. Da er in seinen ersten Jahren in der BRD in Hamburg lebte, fiel er mit seinem Leipziger Dialekt natürlich auf - der Spitzname „der Sachse“ war geboren. Seitdem hat Kaisan in mehr als der Hälfte der deutschen Casinos gespielt: Bereits 2006 war er in 60 der 76 deutschen Niederlassungen offiziell gesperrt. Doch auch in Österreich, der Schweiz, Italien, Luxemburg und den Niederlanden war Kaisan bereits erfolgreich. Über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten konnte er Millionen von Euro beim Roulette legal erspielen. Wie kann das sein?

Kesselgucker

Seinen Erfolg verdankt „der Sachse“ seiner Strategie, dem Kesselgucken. Kaisan trickst nicht, er benutzt keine Methoden wie Laser, Stoppuhren oder andere technischen Hilfsmittel. Stattdessen setzt er auf die Physik und sein Fingerspitzengefühl: Roulette ist ein mechanisches Spiel, bei dem es stark auf die Geschwindigkeit ankommt, mit welcher die Kugel sich „im Kessel“ bewegt. Durch jahrelange Arbeit hat Kaisan sein Gefühl dafür so sehr verfeinert, dass er fast immer im Kopf berechnen kann, auf welchem Oktant (also auf welchem Achtelstück des Rouletterads) die Kugel liegenbleiben wird - und dann muss er nur noch setzen. Der Leipziger guckt also im wahrsten Sinne des Wortes in den Kessel und gewinnt so. Beim Roulette spielen aber so viele Faktoren eine Rolle, dass diese Strategie ohne technische Hilfsmittel nur von wenigen Spielern angewandt werden kann: Abwurfort der Kugel, Anfangsgeschwindigkeit, Schwerkraft, Anfangsgeschwindigkeit des Rouletterads sowie der Sprungkoeffizient (also wie oft die Kugel hüpft) haben alle Einfluss auf das Ergebnis. Mit Hilfe von Computern und mathematischen Modellen konnte bereits mit 100 prozentiger Wahrscheinlichkeit berechnet werden, wo Roulette-Kugeln landen werden. Doch Kaisans Talent und Können ist einzigartig. Und auch die Strategie unterscheidet sich von anderen Taktiken wie zum Beispiel der James Bond Strategie, bei welcher der Einsatz in 200 Einheiten aufgeteilt wird und dann auf unterschiedliche Felder und Reihen verteilt - denn hier versucht man lediglich, seine Erfolgschancen zu maximieren. Das ist auch bei der mathematischen Methode der Fall, bei der man sich 30 Spins ansieht, Notizen und Statistiken sammelt und dann dementsprechend auf die häufigsten Zahlen setzt.

Kaisans zweites Prinzip: Nie zu viel setzen und immer aufhören, wenn es nicht läuft. Er selbst sieht sich nicht als Zocker - denn er hat sich unter Kontrolle, spielt nicht aus Verzweiflung über einen Verlust weiter. Dabei hatte er nicht immer Glück: Er verlor 1990 im Casino Bregenz auf einmal 100.000 Deutsche Mark. Daraus hat er gelernt, seine Strategie im Laufe der Jahre immer weiter verfeinert und angepasst. Laut Kaisan kommt es beim Roulette zu zwei Drittel auf das Können an und nur zu einem Drittel auf das Glück. Das sind sehr gute Quoten in einer Branche, in welcher das Haus eigentlich immer einen Vorteil hat. Und Roulette faszinierte ihn schon immer: Zwar hat Kaisan auch andere Casino-Spiele wie Poker bereits eingehend studiert. Doch seine Liebe fürs Kesselgucken führte ihn letztlich immer zurück zum Rouletterad.

Leipzig und seine Casinos

Dabei hat der Sachse seine Wurzeln in Leipzig nie vergessen - immerhin war die Stadt der Kessel, in dem seine Liebe für das Spiel jahrelang brodelte. Nach den neuen Gesetzen von 1968 entwickelte sich Leipzig zu einem florierenden Ort für das Glücksspiel. Und das ist auch heute noch der Fall: Standorte wie das Casino Petersbogen bieten regelmäßig Roulette-Events an. Leipzig ist eben nicht nur für Veranstaltungen wie die Große Frühjahrskleinmesse bekannt, sondern bietet auch seinen erwachsenen Besuchern und Einwohnern einiges an Spiel und Spaß. Das ist ein wichtiger Teil der Stadt. Genau wie Christian Kaisan, der es mit seinem Roulette-Talent so weit gebracht hat. Wer diesem Vorbild nacheifern möchte, kann sich in Leipzig beim mobilen Casino oder beim Biercasinotisch vergnügen. Ein besonderes Event wird die Wiedereröffnung der Spielbank Leipzig, die seit dem 19. April 2019 renoviert wird. Die Betreiber versprechen ein von Grund auf erneuertes Ambiente im modernen Look und mit komplett neu gestalteter Bar, wenn das Casino Mitte Juli wieder seine Pforten für Besucher öffnet - natürlich inklusive Roulette. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.

Fazit

Christian Kaisan zeigt, wie ungewöhnliche Lebenswege dennoch zum Erfolg führen können. In der DDR geboren und beim Pferderennen auf das Glücksspiel aufmerksam geworden, startete der heute über 70-Jährige eine europaweite Karriere und wurde mit seiner Methode des Kesselguckens einem großen Publikum bekannt. Auch heute noch ist Leipzig ein perfekter Standort für Casinospiele aller Art. Und nicht zuletzt hat auch „der Sachse“ dabei mitgeholfen, weil er neuen Fans regelmäßig zeigt, wie spannend das Roulette-Spiel sein kann.

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