Drei-Speichen-Regel: Was hat es damit auf sich?

Wie soll man seine Ersparnisse richtig anlegen, noch dazu möglichst gewinnbringend? Das gute alte Sparkonto ist aufgrund der Nullzins-Politik allenfalls noch gut zum Geldparken, auf Dauer verliert das angelegte Kapital aber durch die fortschreitende Inflation seinen Wert. Wertpapiere wie etwa Aktien sind eine Option für eine Kapitalanlage mit Rendite, aber Verluste bei schwächelnder Wirtschaft sind auch hier möglich. Edelmetalle wie Gold, Silber oder Platin? Der Goldkurs ist zwar deutlich am Steigen, aber sicher kann auch hier nichts sein. Bleibt noch die Anlage in Sachwerte wie Immobilien - auch dies ist keine sichere Bank. Das Zauberwort lautet: Diversifizierung seines Kapitals in mehrere Anlageformen. Die Drei-Speichen-Regel hilft dabei, seine Ersparnisse sinnvoll zu verteilen.

Verteilte Geldanlage mit Schwerpunkt Sachwerte

Die Drei-Speichen-Regel ist bereits seit Jahrtausenden bekannt. Schon in der Antike wurde diese Regel wie folgt angewandt: Ein Drittel seines Vermögens wird in Landflächen, ein weiteres Drittel in Handelswaren und das verbleibende Drittel in Barmittel angelegt. In heutige Verhältnisse übersetzt bedeutet dies: Sicherheit und Kontinuität können ausschließlich Sachwerte bieten. Wer die Drei-Speichen-Regel anwendet, verfügt über ein ausgewogenes Portfolio, dessen Wert zumindest von kurzfristiger Volatilität und größeren Verlusten verschont bleibt.

Zum Glück werden mit der Drei-Speichen-Regel nicht nur Werte gesichert, sondern sogar Renditen erzielt, die von Börsenschwankungen unabhängig sind. Die heutige Variante der Regel rät zu einer Drittelung seines Vermögens in Edelmetalle, Immobilen und Infrastruktur- und Zukunftsprojekte. Als Ergänzung können noch rund circa zehn Prozent des Kapitals in Barmitteln gehalten werden, mit denen weitere Sachwerte angeschafft werden können, sollte sich hierfür eine günstige Gelegenheit bieten.

Verluste und Gewinne gleichen sich gegenseitig aus

Im Optimalfall sollen die gedrittelten Wertanlagen in einem solchen Verhältnis zueinanderstehen, dass die Wertentwicklungen der einzelnen Assets im Laufe der Zeit entgegengesetzt verlaufen. So steigt z.B. der Goldkurs, wenn die Aktienmärkte einbrechen. Und hier erklärt sich auch die Herkunft des Begriffes "Drei-Speichen-Regel": Bei einem sich drehenden Rad ist immer eine der drei Speichen in einer Aufwärtsbewegung. In die jeweilige Speiche sollte dann also gewinnbringend investiert werden und gleichzeitig die Anteile der gerade abfallenden Speiche gesenkt werden.

In der Praxis sieht das dann so aus, dass die Vermögensteile in gewissen zeitlichen Abständen immer wieder umgeschichtet werden sollen, sobald sich das Rad weiterdreht. Jedoch ist hierbei viel Geduld vonnöten: Die einzelnen Zyklen, denen die Speichen folgen, können über Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte verlaufen.

Auch mit wenig Geld in Sachwerte investieren

Sieht man sich die einzelnen Speichen an, so kann man auch hier über verschiedene Werte diversifizieren, bei den Edelmetallen z.B. in Palladium, Gold, Silber oder Platin. Hier ist es besonders wichtig, Metalle in physischer Form zu kaufen, nicht etwa in Zertifikate. Dadurch ist man von den Preisen auf den Rohstoffmärkten größtenteils unabhängig, da Wertpapierzertifikate nur selten den echten Wert des Edelmetalls darstellen. Während der Corona-Krise hatte sich gezeigt, dass der Preis von echtem Gold wesentlich höher war als der Preis an den Rohstoffmärkten. Goldkäufer waren bereit, für "echtes" Gold hohe Aufschläge zu zahlen. In Edelmetall kann man schon mit wenig Geld investieren, eine Unze Silber ist beispielsweise derzeit für rund 30 Euro zu haben.

Immobilienkauf gegen den Wertverlust

Eine weitere Speiche setzt auf Immobilien. Auch hier gilt: Nur "echte" Immobilien sind ihr Geld wert. Zwar investiert man beim Kauf von Immobilienfonds zwar auch in Immobilien, ähnlich wie bei den Edelmetallen macht man sich hierbei wiederum von den Finanzmärkten abhängig. Somit ist Betongold wie eine Wohnung oder ein Haus ein Wertspeicher, welcher durch eine Vermietung sogar regelmäßiges Einkommen generiert.

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