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Aktuelles

Die Filme der neun Sonderreihen bei DOK Leipzig 2018

Von Werner Herzog bis Ruth Beckermann, von Animationsfilm bis persönlicher Essay

Veranstaltungen

Logo der DOK Leipzig 2018

Logo der DOK Leipzig 2018 , Quelle: DOK Leipzig

In den Sonderreihen der 61. Ausgabe von DOK Leipzig wird auf ganz unterschiedliche Weise das Unmögliche gefordert. Passend zum diesjährigen Festivalmotto kreisen sie rund um Filme, die Veränderungen anstoßen wollen oder Transformationsprozesse abbilden. Nun stehen die rund 150 Filme der Sonderreihen fest, die während der Festivalwoche von 29. Oktober bis 4. November 2018 gezeigt werden. Zahlreiche Filmemacher/innen der Sonderreihen werden ihre Filme persönlich in Leipzig vorstellen.

Oft geht es in den diesjährigen Sonderreihen um die emanzipatorische Kraft der Kunst. Der Dokumentarfilm Litauens etwa, mit dem sich der Länderfokus 2018 beschäftigt, fängt die Sehnsucht nach Unabhängigkeit von der Sowjetunion ein. Auch das Animationsfilmprogramm blickt auf fantasievolle Weise kritisch auf die Welt. Mit Ruth Beckermann und Werner Herzog ehrt DOK Leipzig in zwei Hommagen zwei Filmschaffende, deren subjektive Sicht auf gesellschaftliche Zustände ihre Werke durchzieht; die eine verbindet ihre Biografie mit politischen Fragen, der andere erschafft seine eigenen Wahrheiten. Ebenso ist die eigene Lebensgeschichte stets in den Arbeiten von Lutz Dammbeck zu spüren, der sowohl in West- als auch in Ostdeutschland tätig war beziehungsweise ist. Ihm widmet DOK Leipzig eine Werkschau. Zwei weitere Sonderreihen wenden sich der Vergangenheit zu: Die DEFA Matinee 2018 zeigt frühe, experimentierfreudige Studentenfilme der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf", heute Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, während die Reihe Re-Visionen sich Festivalfilmen widmet, die DOK Leipzigs Geschichte mitgeprägt haben. Nicht zuletzt spürt vor allem die diesjährige Retrospektive das politische Potenzial auf, das in der (Dokumentar-)Filmkunst steckt, indem sie Filme rund um die 1968er-Bewegung präsentiert.

Weitere Informationen zu den einzelnen Sonderreihen:
Das Jahr 1968 steht für eine Zeit des Protests, des Umbruchs, der Neuerung. 50 Jahre sind nun vergangen - und deshalb wird der Blick auf jene Jahre um 1968 gerichtet, die die Filmgeschichte maßgeblich mitgeprägt haben. Anstatt auf die Zentren der Revolte zu schauen, möchte DOK Leipzig mit der Retrospektive "68. Eine offene Partitur" das Hinterland von "68" erkunden: Was tat sich in der Provinz? Wie war dort das Echo der Unruhen zu hören? In sieben Programmen widmet sich die Retrospektive der 68er-Kultur und ihrem Verlangen nach einem neuen Kino. Gefördert wird die Retrospektive mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, zudem wird sie durch eine Matinee in Kooperation mit dem Sächsischen Staatsarchiv und ein Podiumsgespräch ergänzt.

Zum 100. Jubiläum der Unabhängigkeit der baltischen Republiken lenkt DOK Leipzig den Fokus auf Litauen. Das kleine Land zwischen Polen, Weißrussland und Lettland, das etwa so viele Einwohner hat wie Berlin, hat in seiner Position als Einzelkämpfer irgendwo zwischen den Spuren der Sowjetunion und dem Sehnsuchtsort Europa eine ganz eigene Form des poetischen Dokumentarfilms entwickelt - und blickt dabei stets auf die eigene Geschichte. Der Länderfokus "Litauen - Die (Un)Abhängigkeit bewältigen", präsentiert in Kooperation mit dem Lithuanian Film Center und der Botschaft der Republik Litauen in der Bundesrepublik Deutschland, taucht ein in die Geschichte eines zerrissenen Landes und zeigt Filme aus der Zeit des Krieges, zur litauischen Unabhängigkeit und aus dem digitalen Zeitalter.

"Demonstrieren oder Dokumentieren?" - heißt es nicht nur in Ruth Beckermanns "Waldheims Walzer", der auf der Berlinale 2018 ausgezeichnet wurde und für Österreich ins Rennen um den Auslands-Oscar geht. Die Frage flankiert immer wieder das filmische Schaffen der Regisseurin, die als Mitbegründerin der unabhängigen Filmszene Österreichs gilt. Die Reihe "Dokumentieren/Demonstrieren. Hommage Ruth Beckermann", die in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur - Simon Dubnow realisiert wird, ist ein vielseitiger Überblick: vom Found-Footage-Film bis hin zu persönlichen Essays, vom poetischen Hybrid zwischen Schauspiel und Lesung bis zur Analyse politischer Ereignisse. Zu sehen gibt es nicht nur ihre bekanntesten Arbeiten, darunter "Waldheims Walzer" und "Die Geträumten", sondern auch viele ihrer frühen Filme, in denen sie bereits Politik und Persönliches verbindet. Etwa "Auf amol a Streik", in dem sie die politische Situation im Österreich der späten Siebziger thematisiert.

Eine zweite Hommage zeigt die eigenwilligen, unverhohlen subjektiven Dokumentarfilme von Werner Herzog. Mit dem Eröffnungsfilm "Meeting Gorbachev" stellt der gebürtige Münchner also nicht nur sein neues Werk vor, sondern wird darüber hinaus mit der Reihe "Ekstatische Wahrheiten. Hommage Werner Herzog" als essenzieller Dokumentarist unserer Zeit gewürdigt. Zudem wird Herzog in einem öffentlichen Talk über seine Filme sprechen.

Dem Leipziger Künstler Lutz Dammbeck widmet DOK Leipzig die Reihe "Umrisse der Macht. Werkschau Lutz Dammbeck". Der Zuschauer taucht ein in die Welten eines Künstlers, der sich kritisch mit seiner Umwelt und den Zuständen, in denen wir leben, auseinandersetzt. Er arbeitet in den Zwischenräumen unterschiedlichster Kunstsparten und thematisiert dabei immer wieder sein Künstlerdasein im Zusammenspiel mit gesellschaftspolitischen Fragen: Wie frei bin ich in meiner Kunst und welche Konsequenzen hat mein Schaffen in bestimmten politischen Systemen?

Das Unmögliche fordert auch die Sonderreihe Animationsfilm "About Us". Die Filme des vierteiligen Programms schauen auf die Menschen, hinterfragen unseren Umgang miteinander, aber auch unser Verhältnis zu Natur und Umwelt. Sie arbeiten mit den fantasievollen Mitteln der Animation, sind mal zeitkritisch, mal menschenkritisch, doch genauso oft menschenfreundlich.

Die diesjährige DEFA Matinee blickt auf die Geschichte der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" zwischen 1957 und 1990. Dort entstanden experimentierfreudige Filme, die ihre Inspiration im italienischen Neorealismus, in der französischen Nouvelle Vague oder auch anderen internationalen Strömungen fanden. Unter dem Titel "Sechs Babelsberger Freiheiten" zeigt DOK Leipzig einen illustrierenden Querschnitt durch die Filme dieser Zeit mit den Frühwerken von Regisseur/innen, die später zu den interessantesten Vertreter/innen des ostdeutschen Films gehören sollten, so etwa Thomas Heise, Peter Kahane oder auch Petra Tschörtner. Die Reihe ist entstanden in Kooperation mit der DEFA-Stiftung und der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF.

Auch mit der neuen Reihe "Re-Visionen. Blicke zurück nach vorn" erforscht DOK Leipzig ein Stück Filmgeschichte. Während das Festival mit aktuellen Filmen den Blick auf die Zukunft richtet, wird hier die facettenreiche Vergangenheit des Festivals beleuchtet. Insbesondere sollen Filme eine zweite Bühne bekommen, die sich aus heutiger Perspektive als wichtige Meilensteine für DOK Leipzig darstellen.

Erneut präsentiert DOK Leipzig mit Kids DOK Dokumentar- und Animationsfilme für junge Filmfans. Fantasievolle, lustige, aber auch nachdenkliche Geschichten aus elf unterschiedlichen Ländern erlauben es Kindern wie auch Erwachsenen, in faszinierende Welten einzutauchen.


Dieser Artikel wurde veröffentlicht von: Lars Schumann

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DOK Leipzig Leipziger Dok-Filmwochen GmbH
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