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Die Geschichte des Sports in Leipzig

Turnen und Sport haben im Leben der Bewohner der Stadt von jeher eine große Rolle gespielt. So war es kein Zufall, dass Leipzig zwei Deutsche Turnfeste in seinen Mauern sah; 1863, als der Historiker Heinrich von Treitschke die Festrede hielt, und 1913, als über 60000 Besucher zum Fest kamen, für das Leipzig mit großen Bauten eine Festwiese im Norden der Stadt erstellt hatte.

 

In der Leplaystraße stand bis 1943 Europas größte vereinseigene Turnhalle. Sie gehörte dem Allgemeinen Turnverein von 1845, der mit über 4000 Mitgliedern Deutschlands viertgrößter Turn- und Sportverein war. Auch in allen Vororten gab es Turnvereine mit hohen Mitgliederzahlen, meist vereinseigenen Turnhallen und Spielplätzen und gut besuchten  Turnabenden. 

 

Auch dass der VfB Leipzig 1903 erster Deutscher Fußballmeister werden konnte (mit 7:2 gegen den DPC Prag) und sich diesen höchsten Titel des deutschen Fußballsports noch zweimal holte, 1906 (im Endspiel mit 2:1 gegen den FC Pforzheim) und 1913 (mit 3:1 gegen den Duisburger Spielverein), und dass der gleiche Verein 1936 auch als Sieger aus dem DFB-Vereinspokal-Wettbewerb hervorging (mit 2: 1 gegen Schalke 04) passt ganz in das Bild einer sehr sportfreudigen Bevölkerung.

 

Leipzigs führende Rolle im Handballspiel kurz vor dem Zweiten Weltkrieg unterstrich der dreifache Meistertitel des MTSA Leipzig von 1937 bis 1939.

Helmut Berthold (Sportfreunde Leipzig) gewann 1936 mit der deutschen Mannschaft die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Berlin. Aber Deutsche Meister kamen bis 1945 doch selten aus Leipzig; aus der Leichtathletik war Hans Müller (Wacker) 1915 und 1916 Meister über 100 m in 11,0 und 11,1 Sek. geworden, Gottfried Weimann vom gleichen Verein errang den Meistertitel im Speerwurf fünf Jahre hintereinander von 1932 bis 1936, Ernst Allwardt (ASC Leipzig) war schon 1929 Meister über 400 m Hürden geworden, Leni Junkers-Thymm war nicht nur 1931 Deutsche Meisterin über 100 m in 12,0 Sek., sondern eine der schnellsten Läuferinnen der Welt. 

 

Ihr Mann, Bernhard Thymm, wurde zweimal Zehnkampfmeister der Deutschen Turnerschaft und gehörte zu den schnellsten Hürdenläufern. Heinz Wöllner (ASC) gewann bei der Deutschen Meisterschaft 1936 den Titel im Dreisprung, Karl Heinz Berg (Wacker) setzte die Siegesserie von Weimann als Deutscher Speerwurfmeister der Jahre 1939 bis 1941 fort. Herbert Heinrich (Poseidon Leipzig) war zwischen 1921 und 1932 insgesamt fünfzehnmal Deutscher Meister über 100 m und 400 m Kraul und 1926 und 1927 jeweils Zweiter über 400 m Kraul bei den Europameisterschaften.

 

Dazu kamen noch einige ausgezeichnete Turner, Kurt Krötzsch (der allerdings nur ein paar Jahre für Leipzig startete) vielfacher Deutscher Meister zwischen 1931 und 1936 und Turnfestsieger 1933, der Pferdturner Arthur Kleine, der wagemutige Kurt Haustein, der Turnfestsieger von 1913, Fritz Kessler. Luz Long (Leipziger Sportclub) gelang es, sechsmal hintereinander trotz stärkster Konkurrenz Deutscher Weitsprungmeister zu werden.

 

Sein großes Duell mit Jesse Owens bei den Olympischen Spielen 1936 ist bei allen Freunden der Leichtathletik unvergessen (Owens siegte, Long wurde Zweiter). Heini Schomburgk vom gleichen Club gehörte von 1908 bis 1926 zu den besten deutschen Tennisspielern und gewann zehn Meistertitel.

 

Damit ist die Liste der großen Sportler Leipzigs in jenen Jahren auch schon fast abgeschlossen. Dafür gab es das überreichlich, was man heute »Jedermann-Sport« nennt - sehr große Beteiligung an den Turnabenden, große Trainingsfelder der Leichtathleten, zahlreiche Jugend- und Schülermannschaften im Fußball, ausgezeichnete Handballmannschaften, große Felder bei den Großstaffelläufen) erst »Lützschena-Leipzig«, dann »Quer durch Leipzig« (vom Völkerschlachtdenkmal bis zur Karl-Tauchnitz-Straße) und dann »Rund um die Promenade« mit aufregenden Duellen zwischen dem besten Turnverein, dem ATVvon 1845 und dem besten Sportverein, dem VfB, mit wechselndem Ausgang.

 

Im Rudern hatten Wiking und Sturmvogel gute Rennmannschaften, im Tennis und im Hockey gehörte der LSC zu den führenden Mannschaften Sachsens, auch der RC Sport und der ASC, der auch die beste Rugbymannschaft Mitteldeutschlands stellte, spielten im Tennis eine gute Rolle.

 

Auf der Radrennbahn gegenüber dem Palmengarten in Lindenau lieferten sich an vielen Sommer-Wochenenden Ende der zwanziger Jahre und in den frühen dreißiger Jahren die stärksten deutschen Dauerfahrer erbitterte Kämpfe; Saldow, Sawail, Krewer, Metze, Lewanow, Möller waren damals die Matadore, die Tausende zur Radrennbahn zogen, dazu Walter Rütt als einer der weltbesten Flieger.

 

Der Leipziger Skiklub besaß in Oberwiesenthal eine eigene Hütte und hatte in seinen Reihen einige Fahrer, die bei den Sachsenmeisterschaften mit den besten Erzgebirglern mithalten konnten.

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