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Aktuelles

Adipositas-Forschungszentrum in Leipzig erhält 24 Millionen Euro

Rund 50 Wissenschaftler und Ärzte forschen für das IFB

20.04.2015 Wissenschaft

IFB-Studienleiter Prof. Michael Stumvoll

IFB-Studienleiter Prof. Michael Stumvoll , Quelle: IFB Leipzig

Das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen der Universitätsmedizin Leipzig wird für weitere fünf Jahre durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Das 2010 gegründete IFB erforscht und behandelt starkes Übergewicht (Adipositas) und dessen Folgeerkrankungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Sein Fortbestand bis 2020 stärkt den Leipziger Forschungsschwerpunkt in Zivilisations- und Stoffwechselerkrankungen. Aufgrund der weltweiten Zunahme der Adipositas ist die weitere Erforschung ihrer Ursachen, Prävention und Therapie besonders wichtig.

IFB-Studienleiter Prof. Michael StumvollFoto: IFB Leipzig Rund 50 Wissenschaftler und Ärzte forschen für das IFB, ein Zentrum der Medizinischen Fakultät der Universität und des Universitätsklinikums Leipzig, fächerübergreifend und in enger Kooperation mit den verschiedenen Universitätskliniken und -instituten. Durch die Vereinigung von grundlagen- und patientenbezogener Forschung sowie der Behandlung adipöser Menschen unter einem Dach können Erkenntnisse aus der Wissenschaft schneller in die Adipositastherapie einfließen. Ebenso ergeben sich aus der Behandlung neue Fragestellungen für die Forschung.

Prof. Michael Stumvoll, wissenschaftlicher Leiter des IFB, unterstreicht: "Die weitere Förderung belegt die Exzellenz und Bedeutung unserer Adipositasforschung. Der Ansatz, interdisziplinäre Forschung und Therapie eng zu verknüpfen, wurde bestätigt." Der Wissenschaftsstandort Leipzig ist aufgrund der langjährigen Expertise im Bereich Übergewicht und Lebensstilerkrankungen optimal für diesen Forschungsbereich aufgestellt. Die Universität verfügt neben dem IFB über den Sonderforschungsbereich "Mechanismen der Adipositas", die bundesweit größte Biobank für Fettgewebsproben und die Daten aus dem Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen (LIFE). In den ersten fünf Jahren des IFB entstanden über 220 wissenschaftliche Publikationen, unter anderem mit wichtigen Erkenntnissen zu krankmachenden Störungen im Fettgewebe sowie zu genetischen, neuronalen und psychosozialen Einflüssen auf das Essverhalten und Gewicht.

Regional, national und international baut das IFB sein wissenschaftliches Netzwerk kontinuierlich aus. Das Zentrum kooperiert etwa mit dem Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, mit dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung in München, dem Pariser Institut für Herzstoffwechsel und Ernährung (ICAN) und dem Kanadischen Adipositas-Netzwerk. "Für die nächsten Jahre sind unsere besonderen Herausforderungen, die aufgebauten Forschungsstrukturen zu festigen und die Erforschung neuer Therapien in klinischen Studien voranzutreiben," so Stumvoll.

Zukunftsweisend in der Adipositastherapie war der Aufbau eines umfassenden Behandlungsprogramms, des Leipziger Adipositasmanagements. Hier schlossen die AOK PLUS Sachsen-Thüringen und das Universitätsklinikum Leipzig unterstützt durch das IFB einen bundesweit einmaligen Vertrag zur integrierten Versorgung adipöser Patienten. Anlaufstellen für Patienten sind die AdipositasAmbulanzen für Kinder und Jugendliche sowie für Erwachsene am Universitätsklinikum.

Das IFB AdipositasErkrankungen ist eines von acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren in Deutschland, die sich jeweils einem gesellschaftlich relevanten Krankheitsbild widmen und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden.


Dieser Artikel wurde veröffentlicht von: Marcus Jaeger

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