Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.Datenschutz ansehen

Aktuelles

Fahrgastverband Pro Bahn fordert entgeltfreie Nutzung für die Straßenbahnlinie 9 im südlichen Abschnitt nach Markkleeberg West

Abschaffung der Gebührenpflicht hebt die Attraktivität der PKW-Anreise deutlich an

25.03.2015 Verkehr

Nordstrand am Cospudener See

Nordstrand am Cospudener See

Pro Bahn fordert die entgeltfreie Nutzung für die Straßenbahnlinie 9 im südlichen Abschnitt nach Markkleeberg West. Nur durch diese dem Straßenverkehr gleichsetzenden Verbesserungen können die bindenden Ziele des jüngst beschlossenen Stadtentwicklungsplans Verkehr und Öffentlicher Raum (STEP VÖR) erreicht werden. Darin einzubeziehen sind auch die Zubringerfahrten der Buslinie 65.

Anlass der berechtigten Forderung ist die nunmehrige entgeltfreie Nutzung des Großparkplatzes Nord am Cospudener See. Die Abschaffung der Gebührenpflicht hebt die Attraktivität der PKW-Anreise deutlich an, so dass die Straßenbahnlinie 9 und die weiterführende Buslinie 65 zum Cospudener See im Preiskriterium besonders stark benachteiligt werden. Denn aufgrund der Fahrt durch Markkleeberg hindurch sind zwei Tarifzonen zu beachten, entsprechend höher der Fahrpreis. Die wichtige Erholungswirkung des Sees für den gesamten Raum Leipzig bleibt damit einseitig zu Ungunsten der Nutzer Öffentlicher Verkehre beschnitten, die Fahrgastzahlen bleiben dementsprechend hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Gleichzeitig befindet sich eben jener Abschnitt der Straßenbahnlinie 9 in der Stilllegungsdiskussion wegen zu niedriger Nutzung. Welche vorgeblich die Wirtschaftlichkeit des Teilstückes herab setzt. Nun offenbart sich das fehlende Handeln der Stadtverwaltung im Zusammenhang: Die zusätzliche Schwächung des Nahverkehrs durch den freigegebenen Großparkplatz. Das verstößt gegen Stadtratsbeschlüsse. Denn weder wird sich an die Beschlüsse des STEP VÖR gehalten, noch berücksichtigt, wie ein touristischer Magnet Cospudener See nachhaltig erschlossen wird. Entweder reden die Abteilungen nicht miteinander, ignorieren die Aufgabenstellungen des Stadtrates, handeln ohne fachliche Kompetenz oder - im schlimmsten Fall - vorsätzlich den Nahverkehr schwächend. Geschwächter Nahverkehr muss von den Fahrgästen teuer bezahlt werden: Die Fahrpreisschraube muss dann stärker als nötig angezogen werden.

Ähnliche Beispiele mag es im übrigen Stadtgebiet zuhauf geben, doch angesichts der im Raum stehenden Stilllegung der Straßenbahn droht dort die Vernichtung enormer Infrastrukturwerte. Die Zusammenhänge zwischen Auslastung des ÖPNV und gleichzeitiger massiver Förderung des Straßenverkehrs gehören zum verkehrstechnischen Basiswissen. Warum ausgerechnet hier die Verwaltung so kontraproduktiv agiert, erschließt sich nicht. Denn Infrastrukturwerte von rund 50 Millionen Euro zu verspielen zeugt nicht gerade von Kompetenz.

Wenn an der entgeltfreien Nutzung des Großparkplatzes festgehalten wird, muss als Ausgleich nur die ebenso entgeltfreie Nutzung der Linie 9 / Bus 65 ab Connewitz Kreuz eingefordert werden. Ein wirtschaftlicher Betrieb der Linie scheint ja gar nicht im Interesse der Stadtverwaltung zu liegen. Offenbar nur um eine Straßenbahnstrecke loszuwerden, wird dieses Argument gern gebraucht.

www.pro-bahn.de


Dieser Artikel wurde veröffentlicht von: Marcus Jaeger

Zurück zur Übersicht

Gewinnspiel

In unserem Gewinnspiel verlosen wir jede Woche Freikarten für Veranstaltungen.
Zum Gewinnspiel