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LWB und Leipziger Forscher testen photokatalytischen Putz an Hausfassade

Pilotprojekt an LWB-Objekt in der Karl-Liebknecht-Straße 77

Leipzig, 24.08.2012
LWB und Leipziger Forscher testen photokatalytischen Putz an Hausfassade

LWB Zentrale Prager Straße 21, Foto: Punctum, Peter Franke

Die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH (LWB) und die Gesellschaft für Materialforschung und Prüfungsanstalt für das Bauwesen Leipzig mbH (MFPA) starten gemeinsam mit weiteren universitären und außeruniversitären Partnern am LWB-Objekt Karl-Liebknecht-Straße 77 im Leipziger Süden ein Pilotprojekt zur Verminderung von Stickoxiden in Städten mittels eines photokatalytischen Fassadenputzes. Dieser beinhaltet bestimmte Metalloxide, die bei Lichteinfall durch eine chemische Reaktion Luftschadstoffe wie etwa Stickoxide reduzieren. Bei erfolgreichem Verlauf der insgesamt zwei Jahre dauernden Messung könnten sich neue Ansätze zur Minderung von Abgasen aus Verkehr, Industrie und Feuerungsanlagen in Städten bzw. an stark befahrenen Straßen ergeben. Bereits ein Jahr lang wurden an dem Mehrfamilienhaus in der Karl-Liebknecht-Straße 77 die Stickoxid-Daten vor Anbringung des photokatalytischen Putzes mit der Messanlage erfasst, um eine direkte Vergleichbarkeit der gewonnenen Daten zu ermöglichen.

Mit dem Pilotprojekt vertieft die LWB ihr Engagement für die Umwelt: "Wir sind immer offen für Innovationen, die die Lebensqualität unserer Mieter und aller Bürger der Stadt verbessern", erklärt LWB-Geschäftsführerin Dr. Gabriele Haase. Dabei suche und festige das Wohnungsunternehmen die Zusammenarbeit mit Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Für die MFPA ist das gemeinsame Forschungsprojekt mit der LWB ein Zeichen gebündelter innovativer Kompetenz in Leipzig. "Wir sind froh, unsere unter Laborbedingungen erlangten sehr positiven Ergebnisse nun mit maßgeblicher Unterstützung der LWB unter realen Bedingungen überprüfen zu können", erklärt Prof. Dr.-Ing. Frank Dehn, Geschäftsführer der MFPA. "Wir hegen große Erwartungen und sind gespannt, was die Messungen bringen werden." Bei der Analyse der Ergebnisse wird die MFPA vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung Leipzig unterstützt.

Die Nutzung photokatalytischer Prozesse zum Schadstoffabbau wird seit etwa zehn Jahren in der Wissenschaft diskutiert. Erste Testreihen mit entsprechenden Stoffen in Straßenbelägen laufen bereits. Etwa 75 Prozent der Luftverschmutzung durch Stickoxide gehen auf den Straßenverkehr zurück.

In der Karl-Liebknecht-Straße 77 wurde der photokatalytische Putz auf Dämm-Material aufgebracht,das ebenfalls innovativ ist und so in Leipzig noch nicht angewendet wurde. Das Vakuum-Wärmedämm-Verbundsystem "weber.therm LockPlate" ist gut ein Drittel effizienter als bisherige Vakuum-Isolationssysteme. Mittels einer patentierten Verlegetechnik kann Wärmebrücken wirkungsvoll entgegengewirkt werden. Zudem ist das System nur etwa halb so dick, so dass die ursprüngliche Form der Fassade kaum mehr verändert und Material eingespart wird.

Die LWB wird in den nächsten Jahren verstärkt in ihre Bestände investieren. Dabei spielen energetische Maßnahmen und Umweltaspekte eine bedeutende Rolle. Nach Ablauf der Testreihe in der Karl-Liebknecht-Straße 77 ist in circa einem Jahr ein weiterer Test des neuartigen Fassadenputzes bei der Fortführung der energetischen Sanierung im Kreuzstraßenviertel vorgesehen.

"Sollten die Ergebnisse der beiden Testreihen merkliche Verbesserungen der Luftqualität in vielbefahrenen Straßen ergeben, wird die LWB mit den Anbietern mögliche weitere Projekte besprechen", blickt LWB-Geschäftsführerin Dr. Gabriele Haase voraus. Für das Unternehmen sei es spannend, bei einem solchen Forschungsvorhaben zur Verbesserung der Luftqualität in unmittelbarer Wohnortnähe aktiv mitzuwirken.

http://www.lvb.de


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