Leipziger Verkehrsbetriebe planen Einführung eines neuen Busliniennetzes
"Netz 2010" optimiert Buslinien und verbessert Taktangebote
25.02.2010Zum 10. Oktober 2010 planen die Leipziger Verkehrsbetriebe die Einführung eines neuen Busliniennetzes. Mit dem "Netz 2010" werden Buslinien optimiert und Taktangebote verbessert. Damit werden wesentliche Anforderungen des Nahverkehrsplans der Stadt Leipzig umgesetzt, welcher im Juni 2007 vom Stadtrat beschlossen wurde. Des Weiteren wird dadurch das Liniennetz der LVB auf die Inbetriebnahme des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes nach Eröffnung des Citytunnels vorbereitet. Nachdem die entsprechende Vorlage gestern (23. Februar) in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters behandelt wurde, wird sie der Öffentlichkeit vorgestellt und in den kommenden Wochen in einem Bürgerforum und mit den Fraktionen intensiv diskutiert. Nach Einarbeitung und Abwägung aller Hinweise und Anregungen soll sie vor der Sommerpause dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt werden.
"Das Netz 2010 ist ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung des 2007 beschlossenen Nahverkehrsplans der Stadt Leipzig", kommentiert Bürgermeister Martin zur Nedden. "Das Vorhaben trägt einerseits dazu bei, den Busverkehr zwischen einzelnen Stadtteilen untereinander sowie zwischen Stadtteilen und Zentrum zu verbessern und bereitet andererseits die Einbindung des City-Tunnels in das Netz des öffentlichen Nahverkehrs vor."
"Mit dem neuen Netz 2010 erfüllen die LVB den ihnen durch den Stadtrat gestellten Nahverkehrsauftrag und tragen wesentlich zu einem attraktiveren und gleichzeitig wirtschaftlicheren ÖPNV bei", so Ronald Juhrs, LVB-Geschäftsführer für Technik und Betrieb.
Das Fahrplanangebot beim Bus wird um etwa zehn Prozent erweitert. Insgesamt gibt es Veränderungen bei 17 von 24 Buslinien sowie bei zwei von 14 Straßenbahnlinien. Das Streckennetz wächst um 8,5 km neu durch Busse befahrene Straßen.
"Zahlreiche neue Verbindungen entstehen, die das Benutzen von Bahn und Bus im Netz der LVB künftig erleichtern werden", erklärt Holger Flache, LVB-Geschäftsbereichsleiter Verkehrsmanagement. "Wir rechnen mit etwa 1,5 Millionen zusätzlichen Fahrgästen pro Jahr. Dies ermöglicht es, die Mehrkosten des Netzes 2010 durch höhere Fahrgelderlöse vollständig auszugleichen."
Etwa 20 neue Haltestellen werden eingerichtet und einige bisher nur unzureichend erschlossene Wohngebiete besser an das Liniennetz angebunden. So verlängert sich zum Beispiel die Linie 60 bis in das Dunckerviertel, und es fährt die neue Linie 62 bis nach Böhlitz-Ehrenberg Süd. Eine wesentliche Veränderung ist, dass die neue Semmelweisbrücke, die voraussichtlich im Juli 2010 in Betrieb geht, in das Busliniennetz integriert wird. Das ermöglicht eine schnellere Verbindung von Schleußig und der Südvorstadt in Richtung Altes Messegelände und Stötteritz.
Zwischen einzelnen Stadtgebieten werden neue Verbindungen geschaffen und auf vielen Linien die Taktzeiten verbessert. Die Buslinien 72, 73, 74, 76 und 79 verkehren künftig wochentags zwischen 6 und 19 Uhr durchgehend im 20-Minuten-Takt. Auf der anderen Seite werden einzelne schwach genutzte Verbindungen gestrichen oder durch ALITA (Anruflinientaxi) ersetzt. Um Überkapazitäten abzubauen, ist es notwendig einzelne Angebote einzuschränken. So werden zum Beispiel die Straßenbahnlinien 2 und 8 bis zu den Endpunkten Ratzelbogen und Grünau-Nord eingekürzt. Dennoch wird mit den Linien 15 bis Miltitz und 1 bis Lausen auch weiterhin ein 10-Minuten-Takt gewährleistet.
Anschlussverbindungen der Busse untereinander sowie zur Straßenbahn und S-Bahn werden verbessert.
Fünf der vierzehn laut Nahverkehrsplan schlecht erschlossenen Gebiete erhalten eine den Standards des Nahverkehrsplanes entsprechende Bedienung: das Dunckerviertel, Böhlitz-Ehrenberg, Burghausen, Breitenfeld und die Lindenthaler Triftsiedlung. Es entstehen zahlreiche neue Direkt- und Querverbindungen und dadurch auch Fahrzeitverkürzungen. So verkürzt sich die Reisezeit zum Beispiel zwischen Lindenauer Markt und Schleußig von heute 20 auf künftig acht Minuten. Die Reisezeit zwischen Probstheida und S-Bahnhof Connewitz verkürzt sich von heute 30 auf künftig zehn Minuten.
http://www.leipzig.de/verkehrsplanung
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