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Waldstraßeviertel

Gründerzeithäuser im Waldstrassenviertel

Gründerzeithäuser im Waldstrassenviertel , Quelle: LEIPZIGINFO.DE

Das Leipziger Waldstraßenviertel ermöglicht an einer einzigen Wegstrecke die Wanderung durch die Wohnungsbaugeschichte Leipzigs zwischen 1830 und heute. Zwischen dem heutigen Naturkundemuseum und dem Mückenschlößchen können schlichte Wohngebäude aus der Zeit vor 1840, prachtvolle Vorstadthäuser aus der Zeit zwischen 1840 und 1870, gründerzeitliche Mietshäuser und Villen aus der Zeit bis 1900, Wohngebäude der Stilkunstarchitektur um und nach 1900, Gebäude aus den Jahren 1920 bis 1940 und schließlich auch der Wohnhausarchitektur nach 1900 besichtigt werden. An vielen weiteren Orten des Gebietes befinden sich herausragende Baudenkmale aus dem 19. und 20. Jahr­hun­dert. Im Hof der Jahnallee 38 ist das Wohnhaus der ehemaligen Ratsziegelei erhalten geblieben. Seine älteste Bausubstanz stammt von 1740. Das Waldstraßenviertel in Leipzig ist eines der größten zusammenhängend erhaltenen Gründerzeit-Viertel in Deutschland.

Geschichte des Leipziger Waldstraßenviertels

Mit wachsender Bevölkerungszahl konnte sich die Stadt Leipzig nicht mehr selbst ernähren und kaufte somit die Siedlungen vor ihren Toren samt deren großen Produktionspotential. Von 1439 bis 1544 gingen sämtliche westlich der Stadt gelegenen Siedlungen (heutiges Waldstraßenviertel) in den Besitz der Stadt und bildeten die Rahnstädter Vorstadt. Es siedelten sich hauptsächlich Handwerker (Gerber und Leineweber) und Fischer an. Mitte des 16. Jahrhunderts verdichtete sich die Bebauung entlang des Rahnstädter Steinweges.

Nach 1830 begann die Entwicklung Leipzigs zur Großstadt und die Einwohnerzahlen wuchsen sprunghaft. Die Hoffnung, die Frankfurter Wiesen als Bauland zu nutzen, wurde durch das immer wiederkehrende Frühjahrshochwasser zerstört. 1789 versuchte der Architekt Johann Friedrich Karl Dauthe eine Chaussee nach Lindenau zu bauen, doch auch diese fiel dem Wasser zum Opfer. Erst die folgenden großen Regulierungsmaßnahmen erlaubten ab den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts eine umfangreiche und planmäßige Bebauung des Waldstraßenviertels.

Leipzig erlebte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine stürmi­sche Entwicklung zur Großstadt und zur Industriemetropole. In unmittelbarer Nähe zur Innen­stadt entstand ab etwa 1860 mit dem späteren Waldstraßenvier­tel ein neuer Stadtteil.

Für die Juden in Sachsen war die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts gekennzeichnet durch eine Entwicklung, die letztlich 1869 zur völligen bürgerlichen Gleichstellung führte. Im beson­deren Leipzig als Geschäfts- und Handels­metropole, aber auch als kulturelles und geistiges Zentrum entwickelte vor diesem Hintergrund eine immer größere Attraktivität für jüdische Händler und Geschäftsleute. Die überwiegend aus Osteuropa stammenden Juden fanden vor allem in dem neuen und modernen Waldstraßenviertel eine neue Heimat. Diese relative Gleichzeitigkeit zwischen Entstehung dieses Wohngebietes und zunehmender jüdischer Zuwanderung erklärt den prozentual hohen Anteil jüdischer Bewohner im Waldstraßenviertel.

1933 zählte die lsraelitische Religionsgemeinde 11.500 Mitglieder. Dies entspricht 1,61% bei einer Gesamtbevölkerung von rund 713.470 Einwohnern. Für das Waldstraßenviertel verzeichnet das "Leipziger jüdische Jahr- und Adressbuch 1933" 464 Familienvorstände und 646 Einzelpersonen. Legt man eine Familiengröße von 4 Personen zugrunde, ergibt sich eine jüdische Wohnbevölkerung von etwa 2.500 Personen. Rund 12% der etwa 20.000 Bewohner des Wald­straßen­viertels waren somit jüdischen Glaubens jeder fünfte Leipziger jüdischer Herkunft und jüdischen Glaubens lebte in diesem Viertel. Entsprechend dem jüdischen Bevölkerungsanteil im Viertel stellen sich 1933 auch Haus- und Grundbesitzverhältnisse dar. Etwa die Hälfte der jüdischen Besitzer wohnte 1933 im eigenen Haus.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine blühende Infrastruktur, die sowohl den gewerblichen Bereich als auch den Einzelhandel, aber vor allem auch das soziale und religiöse Leben umfasste. Jüdische Kultur und jüdisches Leben waren auch für die nichtjüdischen Bewohner im alltäglichen Leben des Viertels sichtbar.-

Hinsichtlich der Sozial- und Berufsstruktur zeigte sich nahezu eine Deckungsgleichheit zwischen der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung dieses bürgerlich geprägten Leipziger Wohn­viertels. Hierin ist ganz sicher die Grundlage zu sehen für das fast problemlose und konfliktfreie Zusammenleben und Miteinander bis 1933.

Bei den Berufen dominierte unter den erwerbs­tätigen jüdischen Bewohnern des Viertels die für Leipziger Juden traditionelle Rauchwaren­branche jeder Zehnte beschäftigte sich in irgendeiner Form mit Rauchwaren.



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04105 Leipzig


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