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Musikalische Komödie

Musikalische Komödie

Musikalische Komödie , Quelle: Dirk Brzoska

Der Ort, an dem heute die Musikalische Komödie in Leipzig steht, kann auf eine rund 300-jährige Geschichte zurückblicken: Bis 1713 lässt sich die Existenz eines Gasthauses "Drei Linden" mit Sommertheater zurückverfolgen. Der heutige Gebäudekomplex mit Theater und angrenzenden Wohnhäusern war ein bei seiner Einweihung im Jahr 1912 viel bewunderter Bau, der nach Eigenart des Leipziger Westens Wohnen, Arbeiten und Feiern räumlich integriert. Im Hofbereich dieses Ensembleserrichtete 1912 die Brauerei C.W. Naumann nach einem Entwurf des Architekten Otto Gerstenberger einen Saalbau als prunkvollen Konzert- und Ballsaal mit 3000 Plätzen.

Die "Musikalische Komödie" ist Teil der Oper Leipzig, besitzt allerdings nicht nur ein eigenes Ensemble mit Chor, Ballettensemble und Orchester und ein Repertoire von der Spieloper über das Hauptgebiet Operette bis zum Musical, sondern überdies eine eigene Spielstätte, die in der Öffentlichkeit auch eigenständig wahrgenommen wird. Oberspielleiter der Musikalischen Komödie ist Volker Vogel. Das Ensemble der Musikalischen Komödie besteht aus 14 Sängerinnen und Sängern, 48 Musikern des Orchesters unter dem Chefdirigenten Stefan Diederich (seit 2007), 25 Chormitgliedern und 15 Tänzerinnen und Tänzern.

Die "MuKo", wie sie im Volksmund heißt, ist eines der wenigen reinen Operetten- und Musicalhäuser überhaupt. Sie ist ein Volkstheater im wahrsten Sinne des Wortes, ein Theater für Jung und Alt, kurz: ein Theater mit Herz.Die Musikalische Komödie steht für die Pflege der klassischen Operette wie " Die Fledermaus","Lustige Witwe", "Zigeunerbaron" oder "Csárdásfürstin" ebenso wie für ambitionierte Musicalaufführungen wie "Jekyll & Hyde", "Der Graf von Monte Christo", "Richard O' Briens Rocky Horror Show" oder die Deutsche Erstaufführung der Erfolgskomödie "Lend me a Tenor! (Othello darf nicht platzen)".


Geschichte

Die Historie des Leipziger Operettentheaters reicht über die der Musikalischen Komödie hinaus.Neben den Operettenaufführungen im Alten Theater etablierte sich 1906 im "Centraltheater" am Thomasring (heute Dittrichring) das "Operettentheater am Thomasring". 1912 ging das Theaterin städtische Trägerschaft über. In den 20er- und 30er-Jahren wurden, häufig unter dem Dirigat der Komponisten, Werke von Franz Lehár, Paul Abraham, Robert Stolz, Ralph Benatzky, Paul Linckeund anderen Meistern der Operette aufgeführt und traten bedeutende Interpreten dieses Genres wie Johannes Heesters auf. Das Theater wurde bis zu seiner schweren Beschädigung im Zweiten Weltkrieg betrieben.

Nach dem Krieg hatte das Ensemble in einem Saalbau am Lindenauer Markt, dem späteren Haus der Volkskunst, ein vorläufiges Unterkommen gefunden. Es stellte mit Solisten, Chorsängern, Tänzern und Orchestermusikern den Stamm des nach dem Auszug der Oper aus dem Haus Dreilinden 1960 entstehenden zweiten städtischen Musiktheaters. Dieses hieß "Kleines Haus Dreilinden"und stand unter der Leitung von Regisseur Erhard Fischer. Klassische Operette und besonders die Pflege der Werke von Jacques Offenbach bildeten das Rückgrat des Repertoires.

1965 wurde Wolfgang Weit neuer Künstlerischer Leiter und ab 1968 Direktor des Hauses, das sich ab diesem Jahr "Musikalische Komödie" nannte. Werke verschiedener musikalischer Genres,Spieloper und Operette kamen zur Aufführung. Jetzt wurden auch die klassischen Broadway-Musicals, wie "Kiss Me, Kate", "My Fair Lady" oder "Can Can" gezeigt. Aber auch neuere wie"Sweet Charity" kamen ins Programm.

1983 übernahm Klaus Winter die Direktion mit einer Hinwendung zur Wiener Operette und hier besonders zu Johann Strauß und Robert Stolz. Die Robert-Stolz-Pflege war insbesondere Anliegen und Verdienst von Roland Seiffarth, der seit 1978 Musikalischer Oberleiter und Chefdirigent an der Musikalischen Komödie war.

Nach der Entflechtung des Leipziger Theaterverbundes nach der Friedlichen Revolution 1989 und kurzer Selbständigkeit der Musikalischen Komödie wurde diese 1990 künstlerisch eigenständiger Bestandteil der Oper Leipzig (im Rahmen eines Mehrspartentheaters) unter der Intendanz von Udo Zimmermann. Erste Direktorin unter dieser Konstellation war Ballettmeisterin Monika Geppert.Die Musikalische Komödie steht unter der Intendanz von Ulf Schirmer. Das Ensemble der Musikalischen Komödie besteht aus 14 Sängerinnen und Sängern, 48 Musikern des Orchesters unter dem Chefdirigenten Stefan Diederich (seit 2007), 25 Chormitgliedern und 15 Tänzerinnen und Tänzern. Oberspielleiter ist Volker Vogel.



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